BUCHTIPPS BUCHTIPPS BUCHTIPPS

Publikationen des Österreichischen Wissenschaftsrates aus jüngerer Zeit

aus HEUREKA 6/14 vom 03.12.2014

Universität Österreich 2025

Mit dem Band "Universität Österreich 2025" legt der Österreichische Wissenschaftsrat seine Vorstellungen über eine gedeihliche Entwicklung des österreichischen Hochschulsystems vor. Empfohlen wird ein übergreifendes hochschulpolitisches Entwicklungskonzept aus der übergeordneten Perspektive des österreichischen Wissenschaftssystems. Ein derartiges Gesamtkonzept könne nur in Abstimmung zwischen dem Staat und den Akteuren des Systems, zumal in dessen autonomen Teilen, entwickelt werden.

Das Promotionsrecht in einem differenzierten Hochschulsystem

Vor dem Hintergrund der hochschulpolitischen Diskussion um ein Promotionsrecht für die Donau-Universität Krems und die Fachhochschulen empfiehlt der Österreichische Wissenschaftsrat, das Promotionsrecht wie bisher ausschließlich bei den Universitäten zu belassen, aber die Kooperation mit den Fachhochschulen im Forschungsbereich, einschließlich gemeinsamer Promotionsprogramme, auszubauen. Voraussetzung einer Promotion ist die enge Verbindung zu wissenschaftlicher Forschung und ein weites, modernen interdisziplinären Forschungsentwicklungen entsprechendes Fächer-und Disziplinenspektrum, das in dieser Form nur an der Universität gegeben ist. Unabhängig davon sollte der Zugang zur Promotion für die leistungsfähigsten Absolventen und Absolventinnen anderer Einrichtungen des Hochschulsystems institutionell gesichert und gestärkt werden.

Die Vermessung der Wissenschaft. Messung und Beurteilung von Qualität in der Forschung

Die Wissenschaft ist es gewöhnt, zu messen und selbst vermessen zu werden. Scharf kritisiert der Österreichische Wissenschaftsrat jedoch die ständig wachsende Zunahme von immer häufiger eingesetzten Gutachterkommissionen, von aufwendigen Evaluationsverfahren ohne Konsequenz und den mittlerweile inflationären Einsatz von Bilanzen, Ratings und Rankings. Die methodische Orientierung der Wissenschaftsbewertung an Steigerungsattributen ("mehr") oder die Beurteilung anhand nackter Produktionszahlen sagt wenig über die wissenschaftliche Qualität aus. Der Österreichische Wissenschaftsrat hat die gängigen internationalen Methoden der Wissenschaftsbewertung untersucht und legt mit dieser Studie eine Handlungsanleitung -für den fortschrittlichen Gebrauch dieser Messinstrumente -für Politik und Wissenschaft vor.

Bildgebung. Forschung, Lehre und Ausstattung an Österreichs Medizinischen Universitäten

In den letzten zehn Jahren haben sich die Möglichkeiten der Bildgebung rasant weiterentwickelt. Die Geräte wurden deutlich leistungsfähiger, bildgesteuerte medizinische Interventionen, neue Möglichkeiten der Datenauswertung und die Teleradiologie haben gewaltig an Bedeutung gewonnen. Die Bildgebung ist kostenintensiv. Diese Kosten relativieren sich allerdings, wenn durch ihren Einsatz Forschungserfolge erzielt, korrekte Diagnosen frühzeitig gestellt, teure und invasive Therapien besser gesteuert werden. Der Wissenschaftsrat analysiert das Potenzial der Bildgebung als Querschnittfach, das die medizinische Versorgung entscheidend unterstützt.

Zur Studieneingangs-und Orientierungsphase (StEOP) an Österreichs Universitäten

Der Übergang von der Schule zur Hochschule stellt Studierende vor völlig neue Herausforderungen: Es gilt, sich in einer Welt mit noch unbekannten intellektuellen und administrativen Spielregeln zurechtzufinden. Dieser Orientierungsphase des Übergangs wird zunehmend Bedeutung beigemessen, denn weitreichende, auf dem Hintergrund eines fordernden Arbeitsmarktes schwierige individuelle Entscheidungen zu nachhaltigen Bildungs-und Ausbildungswegen müssen getroffen werden. Die Unis stöhnen aber auch unter der wachsenden Organisationslast der ersten Semester, die durch die Anforderungen einer sinnvollen Orientierung für die Studierenden (die sowohl Interesse als auch Eignung bestätigt) nicht leichter geworden ist. Es gibt also gute Gründe, Studierenden zur Überzeugung zu verhelfen, dass sie, nachdem einmal die Entscheidung für die Universität getroffen wurde, dort auch "im richtigen Film" sitzen.

Zur universitären Gerichtsmedizin in Österreich. Status quo, Stellungnahme und Empfehlungen

Die Gerichtsmedizin hat einen umfassenden gesellschafts-und demokratiepolitischen Auftrag zu erfüllen. Eine funktionierende universitäre und damit von Politik, Justiz und Polizei unabhängige Gerichtsmedizin stellt eine wichtige Säule im Bereich der Rechtssicherheit dar. Fehlende Stellen für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses (trotz hohem Interesse der Studierenden an gerichtsmedizinischen Themen), sinkende Obduktionszahlen (damit einhergehend: sinkende Aufklärungsquoten) und Einigungsschwierigkeiten zwischen Bund und Ländern (hier vor allem in Wien) für die Abgeltung universitärer Obduktionstätigkeiten nehmen dem Fach die Bedeutung, die es aufgrund seiner zentralen Vermittlerposition zwischen moderner Medizin und Rechtswissenschaften hat. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zielen darauf ab, die Gerichtsmedizin an Österreichs Universitäten so zu verankern, wie es ihrem wissenschaftlichen Selbstverständnis entspricht.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige