Gastkommentar

Klimawandel 2015: die Entscheidung

REINHARD MECHLER | aus HEUREKA 2/15 vom 27.05.2015

Das Jahr 2015 ist für den Klimawandel entscheidend. Ende des Jahres finden in Paris zum 21. Mal Klimaverhandlungen statt. Von denen erhoffen sich viele ein verbindliches Klimaabkommen zur Begrenzung der globalen Erderwärmung auf maximal zwei Grad.

Was sagt die Klimawandelforschung dazu? Der 16. Österreichische Klimatag, jährlich organisiert vom Climate Change Centre Austria CCCA, einem Zusammenschluss vieler Forschungseinrichtungen, lieferte kürzlich klare Aussagen.

Die Tagung an der Wirtschaftsuniversität Wien zeigte in einer Vielzahl an Vorträgen und Postern deutlich, dass Klimawandel schon heute stattfindet und seine Risiken im Steigen begriffen sind.

Karl Steininger von der Uni Graz legte Ergebnisse des COIN Projekts dar. Dabei ermittelte ein Konsortium österreichischer Forschungseinrichtungen die jährlichen Kosten durch den Klimawandel in Österreich: rund 2,5 Milliarden 2030 und fünf Milliarden 2050. Viele Effekte sind darin noch nicht inbegriffen. Wird die mögliche Veränderung durch Extremereignisse berücksichtigt, können sich die Kosten um den Faktor vier erhöhen.

Anpassung an den Klimawandel ist notwendig und möglich und kann auf Synergien wie mit dem Management von Naturkatastrophen aufbauen. Jedoch werden bei starkem Klimawandel die Grenzen der Anpassung erreicht. Vermehrt wird daher diskutiert, ob "Climate Engineering" als dritte Option der Klimapolitik (nach Treibhausgasminderung und Anpassung an die Auswirkungen) taugt.

Wie der Eröffnungsvortrag von Daniel Barben von der Uni Klagenfurt zeigt, erscheinen die Risiken von Großversuchen wie der massiven Einbringung von Rußpartikeln in die Atmosphäre zur Erzeugung eines künstliches Kühleffekts wie nach Vulkanausbrüchen, jedoch als unabwägbares Spiel mit dem Feuer.

Letztendlich verbleibt keine wirkliche Alternative zur globalen Energiewende: also eine Transformation der fossilen zur erneuerbaren Energiebasis. Diese Energiewende erscheint auch im globalen Maßstab möglich.

Sie ist aber abhängig von technischen und sozialen Innovationen sowie politischem Willen. Die Klimaforschung hierzulande hat die Saat ausgebracht, zuletzt im Österreichischen Sachstandsbericht Klimawandel 2014. Nun bleibt zu hoffen, dass nationale und internationale Klimapolitik die entsprechenden nächsten Schritte setzen.

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