JungforscherInnen

USCHI SORZ | aus HEUREKA 2/15 vom 27.05.2015

Diesen drei DoktorandInnen der Universität Wien lieferten ihre Forschungsreisen wertvollen Input für ihre Dissertation.

Lea Müller-Funk, 29, Orientalistik

"Durch den Irak-Krieg wurde mir klar, wie wenig ich über diese Region wusste", erklärt Lea Müller-Funk. Nach Politikwissenschafts- und Arabistikstudium dissertiert sie nun im Rahmen einer Cotutelle in Wien und Paris über transnationale politische Praktiken in den revolutionären Umbrüchen in Ägypten 2011 bis 2013. Dazu führte sie lange Interviews. "In Paris lernte ich unterschiedlichste Menschen kennen und war überrascht, wie offen viele über sich, ihren Weg nach Europa und ihre politische Einstellung berichteten." Sie sprach u. a. mit jungen Kopten, Muslimbrüdern, säkularen Feministinnen und Bootsflüchtlingen, die sich in prekären Arbeitsverhältnissen durchschlagen. Ihr Fokus liegt auf gesellschaftlichen und sozialen Prozessen. "Es geht mir nicht um Einverständnis, sondern um Verständnis."

Sanna Plieschnegger, 27, Religionswissenschaften

Ihre frühen Interessen wie Religionen, Kulturen, Geschichte und Sprachen sah Sanna Plieschnegger im Studium der Vergleichenden Religionswissenschaften vereint. "Mein Schwerpunkt wurden Islamwissenschaften und Arabisch", erzählt die junge Kärntnerin. Sie engagiert sich für den Austausch der Kulturen im Verein www.ceurabics.com. Für ihre Dissertation analysiert sie den Diskurs über "Fatwas" in deutschsprachigen und ägyptischen Medien. Dafür sammelte sie auf einer sechswöchigen Ägyptenreise Artikel über den Islamkritiker Hamed Abdel-Samad. "Da ich mit dem journalistischen Umfeld bei uns vertraut bin, war es mir wichtig, das entsprechende Material in Ägypten zu sichten und vor allem auch mit Experten des islamischen Rechts vor Ort zu sprechen."

Thomas Völker, 32, Wissenschafts- und Technikforschung

Wie beeinflussen Wissenschaft und Technik unser Leben und Denken?

Diese Frage brachte den Soziologen Thomas Völker nach einigen Jahren Berufstätigkeit ans Institut für Wissenschafts-und Technikforschung zu und zur Mitarbeit am Projekt "Transdisziplinarität als Wissenskultur und Praxis". Dieses untersuchte Kooperationen von Wissenschaftern mit außerwissenschaftlichen Akteuren. Völkers Dissertation konzentrierte sich dabei auf die Produktion und Verwendung von Zukunftswissen. Jüngst konnte er sie nach einem Aufenthalt an der RWTH Aachen abschließen. "Dort konnte ich meine Arbeit mit Leuten aus unterschiedlichen Forschungsfeldern diskutieren", so Völker, der sich nun nach einer spannenden Postdoc-Stelle umschaut. "Das war sehr hilfreich."

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