Freihandbibliothek

Buchtipps von Emily Walton

aus HEUREKA 2/15 vom 27.05.2015

Der Spielball des Menschen

Geschichtsbücher gibt es viele. Selten aber widmet sich ein ganzes Buch der Beziehung zwischen Mensch und Natur: Wie sieht und sah der Mensch die Natur? Wie plante er sie in der Vergangenheit umzugestalten, auszubeuten und neu zu erfinden? Historiker Peter Coates beleuchtet den geschichtlichen Stellenwert der Natur, ihren Wandel von einer "höheren Macht" in der Antike bis hin zu einem bedrohten Lebensraum der Gegenwart. Auch zeigt er auf, wie Wissenschafter bisher mit diesem Thema umgegangen sind. Eine solide Einführung in die Umweltgeschichte.

Nature: Western Attitudes since Ancient Times. Peter Coates, University of California Press. 254 S.

Das Verschwinden der Felder

In den vergangenen sechzig Jahren haben sich die ländlichen Gebiete Europas verändert: Der Einsatz von Pestiziden und neuen Technologien in der Landwirtschaft sowie eine zunehmende Ökonomisierung haben dazu geführt, dass zahlreiche Tier-, Insekten-und Pflanzenarten bedroht oder gar ausgestorben sind. Agrarjournalist Graham Harvey untersucht den Wandel - oder das Schwinden - der ländlichen Regionen in England. Er demonstriert, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden und wie man Felder, Wiesen, und Wälder für die Zukunft retten kann.

The Killing of the Countryside. Graham Harvey, Vintage Press. 240 S.

Bedrohter Reichtum

Der renommierte Harvard-Entomologe Edward O. Wilson widmet sich in seinem Buch der Artenvielfalt auf unserem Planeten. Er beleuchtet das Aussterben von Arten und das Aufkommen neuer Spezies. Außerdem veranschaulicht er, wie Naturkatastrophen und klimatische Veränderungen immer wieder herbe Rückschläge für die Natur bedeuten. Auf 440 Seiten beschreibt Wilson fünf fundamentale Einschnitte, die den Planeten in seiner Geschichte verändert haben. Die Schäden dieser Einschnitte können erst nach zehn bis hundert Millionen Jahren ausgeglichen sein.

The Diversity of Life. Edward O. Wilson, Penguin Press Science. 432 S.

Stadt, Land, Fluss

Deutschland als Landschaft: Der technische Wandel und die politischen Machtspiele transformieren ein Land. Nicht nur ändert sich seine Gesellschaft, auch die Natur passt sich an bzw. wird angepasst. David Blackbourn schildert am Beispiel Deutschlands, wie Ebenen, Flüsse und Täler seit der Mitte des 18. Jahrhunderts geformt wurden. Dabei beschreibt er etwa die Begradigung des Rheins oder die Entwicklung von Wasserkraft. Zahlreiche alte Bilder, Fotografien und Karten veranschaulichen die geschichtlichen Abrisse.

The Conquest of Nature: Water, Landscape, and the Making of Modern Germany. David Blackbourn, W. W. Norton & Co. 466 S.

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