Computerwissenschaften :Das Glossar

Johannes Mörth | aus HEUREKA 3/15 vom 01.07.2015

Absturz

Durch Fehler im Programm, bei der Hardware oder durch Überlastung fällt der Computer oder eine einzelne Anwendung in Schockstarre, oder bricht die laufende Arbeit unvermittelt ab.

Administrator

Plant, installiert, konfiguriert und wartet Computersysteme. Momentan noch ein Mensch.

Algorithmus

Handlungsvorschrift, nach der ein Computer eine Aufgabe mithilfe von Datenstrukturen in Einzelschritten lösen kann, vom einfachen Sortieren von Terminen bis hin zum Retuschieren eines Gesichts.

Angewandte Informatik

Unterstützt Biologen, Mediziner, Betriebswirte, Klimaforscher und andere bei deren fachspezifischen Fragestellungen.

Anwendung

Computerprogramm, mit dem Benutzer etwa wissenschaftliche Aufsätze tippen, Tabellen erstellen, Fotos retuschieren und sich die Zeit mit Spielen vertreiben können.

App

Neusprech für Anwendung/Applikation am Telefon.

(Be)Nutzer

Mensch, der aus den unterschiedlichsten Motiven vor dem Computer sitzt, wie etwa Gelderwerb, um pornografische Inhalte zu betrachten und neue Kochrezepte zu entdecken.

Betriebssystem

Wohlkoordinierte Gemeinschaft von Computerprogrammen, die zwischen der Hardware und den Anwendungen vermittelt.

Big Data

Anhäufen von großen Datenmengen. Man kann darin Gesetzmäßigkeiten finden, etwa durch Visualisierung.

Bindestrich-Informatik

Steht für die Durchdringung aller Bereiche des Lebens und der Forschung durch die Informatik, allen voran die Wirtschafts-Informatik und die Bio-Informatik als große eigene Disziplinen.

Cloud

Die Leiharbeiter unter den Computern. Weltweit verteilt, stehen unzählige Cloud-Computer zur kommerziellen Verwendung über das Internet zur Verfügung.

Computergrafik

Informatik mit optischem Mehrwert. Omnipräsent nicht nur am Schreibtisch und am Handy, sondern auch in Hollywood, Computerspielen und zur Visualisierung in vielen Bereichen der Angewandten Informatik.

Computersicherheit

Disziplin zur Abwehr von Viren, Würmern und anderem Ungeziefer aus der Fauna der Schadprogramme.

Datenbank

Regal für elektronische Daten, in dem sie mehr oder weniger systematisch verwahrt werden.

Effizienz

Im Algorithmus wie im richtigen Leben abhängig von der Aufgabe und der Kompetenz.

Elektrotechnik

Physikalischer Werkzeugkasten zum Bauen von Computern. Gemeinsam mit der Logik eine historische Vorläuferin der Informatik.

Fehler

kennt jeder Nutzer. Linderung versprechen Fehlertoleranz, Software-Engineering, Verifikation, Synthese.

Fehlertoleranz

Die Eigenschaft eines technischen Systems, seine Funktionsweise aufrechtzuerhalten, beispielsweise wenn in Autos, Flugzeugen oder Cloudcomputern Fehler auftreten, welche die Sicherheit von Menschen gefährden oder finanziellen Schaden anrichten könnten.

Großrechner

Komplexes Computersystem, das massig Daten verarbeiten und komplizierte Simulationen durchführen kann.

Grundlagenforschung

In Österreich seit jeher unterfinanziert. Voraussetzung für Innovation.

Hacken

Im Volksmund für das Eindringen in fremde Computer und Netzwerke verstanden, bezeichnen Programmierer damit das schnöde Schreiben von Programmen, Webseiten und anderen Codes.

Hardware

Der physische Teil von Computersystemen, vom Mikrochip bis zur Festplatte.

Hintertür

Software-Teil, der absichtlich Sicherheitslücken enthält, um dem Programmierer Kontrolle über den Computer des Nutzers zu verschaffen.

Informatik

Die Wissenschaft, wie man Informationen systematisch verarbeiten kann, und nicht das Zusammenstellen von Webseiten nach dem Baukastensystem, Anpassen von vorhandenen Datenbank-Systemen und Aneinanderfügen von Programm-Modulen

Internet

Weltweites Netzwerk an Computern, das nicht abgeschaltet werden kann, indem man etwa den Aus-Knopf am Modem im Vorzimmer drückt.

Künstliche Intelligenz

Versetzt den Computer in die Lage, Tätigkeiten auszuführen, die beim Menschen Intelligenz, Logik, und Lernvermögen erfordern. Sobald es funktioniert, nennt man es Praktische Informatik.

Logik

Philosophischer Werkzeugkasten zum Verständnis der Welt und der Mathematik. Mit der Elektrotechnik eine Vorläuferin der Informatik.

Mailüfterl

Berühmtester österreichischer Computer, 1958 von Heinz Zemanek an der TU Wien erbaut.

Mensch-Maschine-Kommunikation

Von der Maus zum Touchscreen, vom Fahrscheinautomaten bis zum Hologramm: Computer und Menschen kommunizieren nicht nur mit der Tastatur.

Metadaten

Daten, welche Daten über andere Daten, aber nicht die Daten selbst enthalten.

Modell

Vereinfachtes Bild der Wirklichkeit, das am Computer nachgestellt werden kann, um etwa biologische Vorgänge zu verstehen, die Folgen des Klimawandels und das Wetter vom Wochenende zu erfahren, oder die Statik eines Hochhauses zu ermitteln.

Praktische Informatik

Entwickelt Programmiersprachen, Datenbanken, Computergrafik und andere für die Informatik grundlegenden Dinge.

Programmiersprache

Kommunikationsbasis zwischen Programmierer und Computer, die aus Befehlen an den Computer besteht. Benannt nach Frauen wie Ada Lovelace, Männern wie Blaise Pascal, Feenkönigen wie Oberon und Inseln mit Coffea Arabica wie Java. C ist bloß der Nachfolger von B.

Schadprogramm

Software, die ausschließlich dazu entwickelt wurde, anderen Nutzern zu schaden, etwa indem sie Dateien von der Festplatte löscht.

Schnittstelle

Teil eines Systems, wo Informationen ausgetauscht werden. Etwa zwischen Programmen, Hardwareteilen, PCs und Servern und dem Benutzer mit seinem Gerät.

Schnüffelsoftware

Programme, die dem Hersteller, seinen Freunden oder dem Geheimdienst Daten der Benutzer liefern, freilich ohne deren Wissen oder Einverständnis.

Simulation

Durchführen von Experimenten mit Modellen, weil sie im wirklichen Leben zu gefährlich, zu aufwendig, zu früh passiert (wie der Urknall) oder noch gar nicht vollständig geschehen (die Auswirkungen des Klimawandels) sind.

Sneakers Web

Weil die guten alten Internet-Leitungen mit den heutigen Datenmengen häufig überfordert sind, kommen diese oft rascher an, wenn sie am USB-Stick oder einer externen Festplatte per Benutzer mit Sneakers (engl. Sportschuhe) transferiert werden.

Software

Programme und Daten in einem Computer.

Software Engineering

Wissenschaft von der professionellen industriellen Herstellung von Software.

Standards

Normen, durch die verschiedene Software- und Hardware-Teile reibungslos miteinander funktionieren sollten.

Syntax

Grammatik von gesprochener und Programmier-Sprache.

Theoretische Informatik

Ergründet, ob bestimmte Probleme überhaupt mit den Methoden der Informatik lösbar sind, und entwickelt Algorithmen und Datenstrukturen zur effizienten Lösung dieser Probleme.

Technische Informatik

Erforscht, wie Computer und Netzwerke aufgebaut sein sollten, damit sie funktionieren. Wenn möglich schnell und zuverlässig.

Trojaner

Programm, das vorgibt nützlich zu sein, im Hintergrund aber den Benutzer überwacht, die Kreditkartennummer und Passwörter ausspäht oder seinen Computer fernsteuerbar macht.

Verifikation

Der Prozess, in dem Computerprogramme andere Computerprogramme lesen, um Fehler zu finden oder die Richtigkeit des Programms mithilfe der Logik nachweisen.

Virus

Schleust sich in andere Computerprogramme ein und verbreitet sich zum Schaden von Computersystemen und -Anwendern. Viren sind im Aussterben begriffen, weil sie weitgehend von den selbstständigeren Würmern verdrängt wurden.

Visualisierung

Visuelle Darstellung großer Datenmengen in Datenbanken und Big Data.

Wurm

Schadprogramm, das sich selbst vermehrt und im Unterschied zu Viren dazu keine fremden Dateien infizieren muss.

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