JungforscherInnen

Uschi Sorz | aus HEUREKA 4/15 vom 14.10.2015

Im Doktoratskolleg Populationsgenetik (Vetmeduni Vienna, Uni Wien, GMI, MFPL) untersuchen diese DissertantInnen komplexe biologische Systeme und deren Evolution.

Dominik Schrempf, 28

Seine Faszination für Natur und Technik führte Dominik Schrempf zuerst zum Physikstudium an die TU Wien. Nun schreibt der Oberösterreicher eine Dissertation im Bereich der Phylogenese. "Das ist die Wissenschaft der Geschichte und Entwicklung der Gesamtheit aller Lebewesen", erklärt er. Anhand von DNA-Sequenzen von Menschen und Menschenaffen versucht er den Verwandtschaftsgrad einzelner Individuen zu erkunden und DNA-Sequenzen von ganzen Bevölkerungen in Beziehung zu setzen. "Die Erbgüter enthalten unglaublich detaillierte Informationen darüber, wie verschiedene Arten verwandt sind." Um die evolutionären Kräfte wie Selektion oder Mutation besser verstehen zu können, nutzt er mathematische Modelle.

Kerstin Gärtner, 29

Nach drei Semestern Chemie wechselte Kerstin Gärtner zur Mathematik. "Das Interesse an Naturwissenschaften habe ich aber nie verloren", so die gebürtige Deutsche. "Und nach dem Diplom wollte ich weiter in der Wissenschaft arbeiten." Am liebsten in einer Richtung mit konkretem Nutzen. "Die ,Vienna Graduate School of Population Genetics' traf genau meine Neigungen", sagt Gärtner. "Das Fach ist unheimlich spannend und die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefällt mir sehr." Mit statistischen Methoden möchte sie Verfahren zur Schätzung der Rekombinationsrate verbessern. Bei der Rekombination werden genetische Merkmale neu miteinander kombiniert. "Die Rekombinationsrate zu kennen ist u. a. wichtig, weil dieser Prozess die Spuren verwischt, die die DNA zeigt, wenn Selektion für ein bestimmtes Gen stattfindet."

Thomas Taus, 27

Thomas Taus hält es mit Faust. "Was die Welt im Innersten zusammenhält", das hat ihn von jeher brennend interessiert. Als Schüler nahm er am Genomforschungsprojekt GEN-AU teil, absolvierte Praktika am IMP, und schließlich machte er an der TU Wien den Bachelor in Technischer Chemie sowie den Master in Biotechnologie und Bioanalytik. Nun nimmt er an der Vetmeduni sein Doktorat in Angriff und untersucht, wie sich Populationen von Fruchtfliegen - ein klassischer Modellorganismus in der Biologie - auf der Genomebene an eine neue Umgebung anpassen. "Dank enormer technologischer Entwicklungen bei der DNA-Sequenzierung können wir molekulare Adaptation genomweit quasi in Echtzeit verfolgen", sagt Taus. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte etwa der Medikamentenentwicklung zugutekommen.

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