JungforscherInnen

USCHI SORZ | aus HEUREKA 5/15 vom 04.11.2015

Diese drei Arbeiten befassen sich mit der Evolution von Stressproteinen bei Schnecken, die Schwermetalle regulieren und entgiften können: den Metallothioneinen.

Veronika Pedrini-Martha, 32

Die Widerstandsfähigkeit von Schnecken fasziniert Veronika Pedrini-Martha. "Ich möchte verstehen, welche Mechanismen das ermöglichen", sagt die Innsbruckerin, die bei der heimischen Weinbergschnecke die stressabhängige Regulation eines Gens untersucht. Es kodiert ein spezielles Protein, das Cadmium-Metallothionein. Dieses wiederum kann Cadmium entgiften, was sehr wichtig für Schnecken ist, denn Cadmium interferiert mit dem Calciumstoffwechsel. Calcium benötigen die Schnecken für den Schalenaufbau. Pedrini-Martha konnte zudem zeigen, dass Cadmium-Metallothionein bei anderen Faktoren ebenfalls eine Rolle spielt, etwa bei Stress durch Trockenheit. Außerdem entdeckte sie, dass die Expression des Gens einem Tagesrhythmus unterliegt.

Martin Dvorak, 34

Auch Martin Dvoraks Forschungsarbeit dreht sich um Metallothioneine. "Besonders interessiert mich die Evolution metallselektiver Varianten dieser Proteine, die es in dieser Spezifität nur bei höher entwickelten Landschnecken gibt", erklärt der gebürtige Tscheche. Nach dem abgeschlossenen Masterstudium in medizinischer Chemie arbeitet er nun im Rahmen eines FWF-Projekts in der Gruppe "Molekulare Physiologie und Ökotoxikologie" an seiner Dissertation. Er möchte wissen, wie sich Matallothioneine im Lauf der Evolution aus unspezifischen Vorläufern in ursprünglichen Gastropoden entwickelt und welche Veränderungen in der Proteinstruktur diese Entwicklung vorangetrieben haben. Dabei arbeitet Dvorak mit hochrangigen internationalen Experten zusammen. "Ich selbst beschäftige mich vor allem mit den molekularen Aspekten."

Raimund Schnegg, 33

Raimund Schneggs spezielles Interesse im Zuge der Metallothionein- Forschung gilt der Expression der Stressproteine in Schneckenembryonen und heranwachsenden Tieren. "Ich möchte herausfinden, wie diese auf das toxische Cadmium und andere Umweltstressoren reagieren, und wo im Gewebe der Jungtiere Metallothioneine exprimiert werden", erzählt er. "Gerade frühe Entwicklungsstadien reagieren sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse und können dadurch in ihrer Entwicklung gehemmt werden oder vorzeitig sterben." Dies wiederum könne sich negativ auf die Populationsdynamik dieser Tiere auswirken. Von jeher hat Schnegg interessiert, wie ein Organismus -von der Zelle bis zum ganzen Tier -funktioniert. "Das Thema meines PhD-Projekts ist also eine gute Gelegenheit, einen Teil dieser Frage zu beantworten."

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige