Editorial

CHRISTIAN ZILLNER | aus HEUREKA 5/15 vom 04.11.2015

Unfassbar, was die Wissenschaften momentan an neuen Erkenntnissen bringen. Selbst die Archäologie macht spektakuläre Entdeckungen und verspricht noch viel mehr davon in der Zukunft ( allein in Ägypten soll gerade erst ein Prozent der vermuteten archäologischen Schätze ergraben sein). So lebt man einerseits im Gefühl, die Neuerungen in den Wissenschaften müssten sich täglich überstürzen. Andrerseits erlebt man die Gegenwart als einen Zustand, der keine wirklich bemerkenswerten Innovationen hervorbringt. Ein Einstein des 21. Jahrhunderts ist nicht in Sicht.

Manche (siehe Seite 12) geben auch dem gegenwärtigen Wissenschaftssystem die Schuld. Es verhindere unkonventionelle Forschung. Darin gleicht es unserem Wirtschaftssystem, über das alle jammern, ohne sich davon freimachen zu können.

Wir sitzen mit vollen Hosen in einem scheinbar vollen Boot und versuchen möglichst, es nicht zum Schaukeln zu bringen. Wer das wagt, wird über Bord geworfen. Die Innovativen gehen also baden. Der Rest dockt an Stückwerk an, das ihm gnadenhalber überlassen wurde. So entsteht eine graue Masse an Wissen, ein Gehirn ohne Geistesblitz. Das entwickelt dann Apps für "Innovationen", die Doofen das Doofsein erleichtern. Das müsst ihr liken.

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