Kopf im Bild

Musikwahrnehmung im Computer

Text: Uschi Sorz | aus HEUREKA 6/15 vom 25.11.2015

"Musikinterpretation ist unendlich komplex", sagt Gerhard Widmer, Leiter des Instituts für Computerwahrnehmung der Uni Linz sowie einer Forschungsgruppe am Austrian Research Institute for Artificial Intelligence (OFAI). Der Experte für maschinelles Lernen verfolgt kühne Pläne: "Ich möchte einen Computer entwickeln, der mit Musikern interagiert, sich auf das Tempo, den Ausdruck und die Intention einlässt und mitspielt." Dazu muss die Maschine "verstehen", wie Menschen Musik wahrnehmen und im Kopf strukturieren. Gab es zu Zeiten von Widmers START-Preis 1998 noch Zweifler in der Jury, so wurden diese längst eines Besseren belehrt. Vom hohen Potenzial der Grundlagenforschung des Wittgensteinpreisträgers zeugt nicht zuletzt sein aktueller ERC Advanced Grant, für den ihn gleich zwei unterschiedliche Evaluierungspanels vorschlugen. Als eines von nur acht Prozent aller eingereichten Anträge wurde sein Projekt "Con Espressione" bewilligt. Mit den 2,3 Millionen Euro wird Widmer weiter ausloten, wie weit musikalischer Ausdruck messbar, beschreibbar, modellierbar und vorhersagbar ist.

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