EDITORIAL

Op In, hop off

Christian Zillner | aus HEUREKA 1/16 vom 06.04.2016

Open Innovation ist eines dieser Schlagwörter unserer zeitgemäßen Koine, die alle außer den Engländern für Englisch halten. " Offene Erneuerung" wäre wohl die Übersetzung. Aber wer möchte das schon so genau wissen? Koine- Begriffe sind ausreichend schwammig, um keinen, womöglich beunruhigenden Sinn zum Ausdruck zu bringen. Ein schönes Beispiel dafür ist "Collateral Damage" oder Kollateralschaden. Nicht, dass das etwas mit Open Innovation zu tun hätte. Oder doch?

Die Bundesregierung will im Herbst ein Strategiepapier zu Open Innovation verabschieden. Ziel ist, die Bevölkerung enger an Wissenschaft und Forschung heranzuführen. Rektor Markus Müller im Gastkommentar oder der Genetiker Markus Hengstschläger im Interview (Seite 16) sprechen den erstaunlichen Widerwillen der Österreicher gegen die Wissenschaft an - wohl in der Hoffnung, dass dagegen etwas unternommen wird. Ich frage mich, wie diese Wissenschaftsskepsis nach acht Pflichtschuljahren und Höherer Bildung zustandekommt. Arbeiten unsere Lehrkräfte daran? Wenn in einer sogenannten Wissensgesellschaft Wissen und Forschen so ignoriert werden wie in der unsrigen, wie funktioniert dann das Bildungssystem? Vermutlich nach demselben Prinzip wie Collateral Damage.

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