JUNGFORSCHERiNNEN

Mit den möglichen Folgen des anthropogenen Klimawandels und Strategien zum Umgang damit beschäftigen sich diese Studierenden im Doktoratskolleg Klimawandel der Uni Graz

aus HEUREKA 1/16 vom 06.04.2016

Katharina Schröer, 29

Welche Faktoren spielen bei extremen Niederschlägen mit teils verheerenden Sturzfluten zusammen? Wie werden sich solche Prozesse mit dem Klimawandel verändern? In ihrer Dissertation untersucht Katharina Schröer die Entstehungsbedingungen sommerlicher Starkniederschläge im südöstlichen Alpenvorland. "Hier messen wir einen Erwärmungstrend, der seit Jahrzehnten über dem globalen Durchschnitt liegt", sagt die gebürtige Münchenerin. Ihren Fokus legt sie auf kleinräumige, aber extrem intensive Niederschläge. "Die fallen in den meisten Klimamodellen noch durchs Raster." Schröer hat in Innsbruck Geound Atmosphärenwissenschaften sowie Geografie studiert "Die Arbeit im interdisziplinären Doktoratskolleg mit Doktoranden aus der ganzen Welt ermöglicht es mir, tief ins Thema einzutauchen. Ohne zur Fachidiotin zu werden."

Javier López Prol, 27

Auch er schätzt das intellektuell stimulierende Umfeld des Doktoratskollegs. "Durch die Verknüpfung von Natur-, Sozial-und Geisteswissenschaften erhält unsere Forschung einen großzügigen Blickwinkel und einen gesamtheitlichen Ansatz", meint der Spanier. "Was kann man sich als Forscher noch mehr wünschen?" López Prol hat einen Hochschulabschluss in Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaft sowie einen Master in internationalen Wirtschaftswissenschaften und Entwicklung. Seine Dissertation kreist um die Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft im Zuge der Energiewende. Dabei konzentriert er sich auf die Rolle der Fotovoltaik. "Ich untersuche die Verbreitung dieser Technologie", erklärt er. "Aber auch, wie man sie vorantreiben kann, um die Elektrizitätserzeugung zu entkarbonisieren."

Kian Mintz-Woo, 29

Mit der ethischen Seite von Klimapolitik beschäftigt sich Kian Mintz-Woo. "Den Klimawandel sehe ich als Herausforderung", so der Kanadier. Denn Klimapolitik erfordere entschlossenes Handeln, bei dem sich alle Akteure abstimmen müssten. "Und zwar jetzt. Es bleibt ja nur wenig Zeit." In seiner Doktorarbeit beleuchtet er die moralischen Unsicherheiten bei der Evaluierung politischer Strategien. "Die Leute lesen über die Kosten von Maßnahmen gegen den Klimawandel. Und auch darüber, was es kostet, nichts zu tun", erklärt er. "Aber wie Ökonomen diese Kosten bestimmen, ist vielen vermutlich unklar." Er überprüft die Annahmen, die solchen Kostenabschätzungen zugrunde liegen und bewertet spezifische Beurteilungsmethoden aus moralischer Sicht. "Ich möchte einen Beitrag zu einer besseren Klimapolitik leisten."

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