MEDIZIN SCHLAFTHERAPIE

Wenn im Schlaf der Atem stockt, kann dies das Herzinfarktrisiko erhöhen

Schlafapnoe bedeutet das Aussetzen der Atmung im Schlaf. Es kann fatale Auswirkungen haben

Sabine Edith Braun | aus HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016

"Bis zu fünfmal pro Stunde Schlaf ist kein Problem -gefährlich wird es erst darüber", sagt Josef Hoza, Obmann der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe. Rund eine halbe Million Österreicher leiden an nächtlichen Atemstillständen. Nur ein Zehntel davon ist in Behandlung. Viele wissen nichts von den gefährlichen Aussetzern, die den erholsamen Tiefschlaf vereiteln.

"Die optimale Therapie ist eine Schlafmaske -mit einem kleinen Beatmungsgerät am Nachtkästchen, das Überdruck erzeugt. In einigen Fällen hilft auch die Vermeidung der Rückenlage", sagt Hoza. Geld von der Krankenkasse gebe es keines. "Wir brauchen keine Medikamente, daher gibt es keine Unterstützung von der Pharmaindustrie." Auch im Medizinstudium sei Schlafapnoe kaum ein Thema.

Die Folgekosten sind enorm. Die Betroffenen leiden an Tagesmüdigkeit, ohne den Grund zu kennen.

Eine eben präsentierte Studie beziffert die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten in Österreich mit jährlich 1,5 Milliarden Euro: Verkehrsunfälle durch Sekundenschlaf, Produktionsausfälle, Folgekosten durch koronare Herzkrankheiten.

"Die Hälfte aller Herzinfarktpatienten sind Schlafapnoiker", sagt Josef Hoza. Bloß würden beim Herzinfarkt nur Folgen, aber keine Ursachen therapiert: "Da ist der nächste Infarkt vorprogrammiert." Starkes Übergewicht erhöht das Risiko. Dennoch kann jeder betroffen sein -selbst Kinder.

In Österreich wird Schlafapnoe seit 1980 diagnostiziert, die ersten Schlaflabore gab es im Krankenhaus Lainz und kurz darauf in Linz. In Wien werden die Wartezeiten in Zukunft noch länger werden: Das Schlaflabor in Stockerau soll -aus Kostengründen -geschlossen werden.

www.schlafapnoe-shg.at

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