JUNGFORSCHERINNEN

Sie zählen zum herausragenden akademischen Nachwuchs. Sie arbeiten am Doktoratskolleg "Logische Methoden in der Informatik" an Grundlagen für die Computerindustrie

Uschi Sorz | aus HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016

Marijana Lazić, 27

Als Marijana Lazić bei einem Forschungsaufenthalt in Österreich vom Doktoratskolleg erfuhr, bewarb sie sich sofort. "Ich sah das als Chance, mein Wissen aus dem Studium praktisch anzuwenden", sagt die Serbin, die in Novi Sad ihren Master in Mathematik gemacht hat. Nun forscht sie auf dem Gebiet der computergestützten Verifikation. Dabei geht es um das automatische Aufspüren von Softwarefehlern. "Bei sicherheitskritischen Anwendungen können Fehler katastrophale Folgen haben", so Lazić. "Man denke nur an die Software von Flugzeugen." Ihre Dissertation behandelt die Verifikation von fehlertoleranten verteilten Algorithmen, die auch bei einer beschränkten Anzahl an Fehlern funktionieren sollen. Das Doktoratsprogramm empfindet sie mittlerweile als Familie. "Ich fühle mich sehr wohl in dieser kollegialen Umgebung."

Gabriel Ebner, 27

Auch Gabriel Ebner schätzt die Möglichkeit, im Doktoratskolleg mit anderen Dissertanten in Kontakt zu kommen. "Da hier sowohl Fakultäten der TU Wien und TU Graz als auch die Universität Linz vertreten sind, ergibt sich viel mehr Potenzial als nur an meinem Institut allein." Sein Institut ist jenes für Diskrete Mathematik und Geometrie der TU. Und der Titel seiner Dissertation lautet "Induktives Beweisen mit Baumgrammatiken"."Ein Beweis ist eine formelle Herleitung einer mathematischen Aussage, und Induktion ist eine spezielle Beweistechnik. Bei meiner Arbeit geht es darum, den Computer von selbst solche Beweise mit Induktion finden zu lassen", erklärt der Wiener. Beweise zu formalisieren hat ihn schon immer fasziniert. "Als sich die Möglichkeit ergab, dazu eine Dissertation zu schreiben, musste ich zuschlagen."

Gerald Berger, 25

"Logik könnte man als mathematischen Unterbau der Informatik bezeichnen", sagt Gerald Berger. "Sie ist in vielen Bereichen der theoretischen Informatik zentral." Er beschäftigt sich mit Datenbankabfragesprachen auf Basis logischer Theorien. "In normalen Datenbanksystemen werden Daten explizit gespeichert, oft in unstrukturierter Form. Die logischen Theorien bzw. die sogenannten Ontologien formalisieren dabei implizites Wissen, das aus den vorhandenen Daten abgeleitet werden kann." Wenn etwa in einer Firmendatenbank eine Regel in der Ontologie besagt, dass jeder Mitarbeiter einen Chef hat, kann man auch bei einem konkreten Mitarbeiter davon ausgehen. Selbst wenn dessen Chef nicht in dieser Datenbank gespeichert ist. Anwendungspotenzial gibt es etwa in der Bioinformatik oder für medizinische Datenbanken.

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