BIOLOGIE

Wenn der Fadenwurm ins Spiel um den eigenen Nachwuchs kommt

Zumindest bei Waldrappen leben Singles gesünder als Paare mit Nachwuchs: Sie haben eine geringere Belastung durch Parasiten

Jochen Stadler | aus HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016

Das Leben mit einem Partner gefährdet die Gesundheit. Denn was so dazugehört: Sex, Kinder und sie großziehen schwächt wohl das Immunsystem, erklärten österreichische Forscher kürzlich im Journal of Ornithology. Zu dieser Erkenntnis kamen sie bei Waldrappen. Paare dieser Vögel werden während der Brutsaison von mehr Parasiten geplagt als Singles.

Die Wissenschafter haben an der Konrad Lorenz Forschungsstelle (KLF) im oberösterreichischen Grünau im Almtal Waldrappen untersucht. Sie stellten fest, welche Partner haben und Junge großziehen und wie viele Parasiten jeweils in ihrem Kot sind. Bei Vögeln, die in einer Partnerschaft leben, fanden sie viel öfter die Eier von Fadenwürmern als bei Einzelgängern. "Offensichtlich sind sie also weniger gesund", sagt Claudia Wascher, die an der KLF und an der Anglia Ruskin University im englischen Cambridge forscht.

"Eierlegen kostet viel Energie und schränkt die Fitness der Eltern ein", erklärte sie. Weibchen hatten außerdem eine höhere Parasitenbelastung als Männchen. Vermutlich ist das auf ein durch das Eierlegen sehr stark geschwächtes Immunsystem zurückzuführen. Auch der Fortpflanzungserfolg der Waldrappen hing vom Parasitenbefall ab: Je mehr Eier von einzelligen Parasiten (Kokzidien) sich in ihrem Kot fand, desto mehr Eier legten die Weibchen. Allerdings sank durch die Parasiten auch die Überlebensrate ihrer Jungvögel.

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