ONKOLOGIE

Gezielte Waffe gegen Bauchfellkrebs: Chemotherapielösung im Bauchraum

In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Aussichten auf Überleben bei bösartigen Tumorerkrankungen stark verbessert

Dieter Hönig | aus HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016

Ein besonders plakatives Beispiel stellt die Peritonealkarzinose dar, der Bauchfellkrebs. Was vor einiger Zeit einem Todesurteil gleichkam, hat heute Heilungschancen. Es gelang einer weltweit agierenden Expertengruppe, eine speziell für die Behandlung von Bauchfellkrebs bahnbrechende Therapie zu entwickeln. Einer dieser Experten ist Friedrich Kober, Chirurg am Hanusch-Krankenhaus der Wiener Gebietskrankenkasse. Dort ist derzeit unter der Leitung von Sebastian Roka ein Referenz-Zentrum für Chirurgische Onkologie im Entstehen begriffen.

Die Krebstherapie umfasst eine Kombination aus einer möglichst vollständigen operativen Tumorentfernung und der anschließenden Spülung des Bauchraumes mit Chemotherapielösung bei rund 41 Grad Celsius noch während der Operation. "Ziel ist, verbliebene Tumorzellen im Bauchraum sofort zu bekämpfen und dadurch ein erneutes Tumorwachstum zu verhindern", erklärt der Chirurg Friedrich Kober.

Da die Chemotherapielösung direkt in die Bauchhöhle gelangt und die darin enthaltenen Medikamente nur zu einem geringen Teil in die Blutbahn, sind sehr hohe Wirkstoffspiegel möglich. Zudem treten im Gegensatz zur herkömmlichen Chemotherapie Nebenwirkungen meist nur deutlich abgeschwächt auf. Bei etwa einem Drittel der Patienten zeigt sich auch nach mehreren Jahren kein Hinweis auf ein Fortschreiten der Erkrankung.

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