UMWELTGEOCHEMIE

Wie kommt Asbest wieder aus dem verseuchten Erdboden?

Asbestrückstände sind gefährlich. Kann man sie beseitigen? Eine neue Studie mit Wildkräutern geht dem auf den Grund

Sonja Burger | aus HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016

Sauerampfer ist nicht bloß etwas für Liebhaber der Wildkräuterküche, sondern auch für Forscher interessant: Seinen Geschmack verdankt er der Oxalsäure. Die Pflanze setzt diese im Wurzelraum frei. Die Wurzelausscheidungen lösen das für die Pflanze lebensnotwendige Eisen aus dem Boden. Eine Fähigkeit, die der Umweltgeochemiker Stephan Krämer und sein Doktorand Martin Walter vom Department für Umweltgeowissenschaft der Universität Wien näher beleuchten. Denn sie könnte beim Verwitterungsprozess von Asbestzement eine Rolle spielen.

Wie aktuell das Thema ist, zeigen Funde von Asbestzementstücken auf Äckern im Kärntner Görtschitztal. Durch landwirtschaftliche Bodenbearbeitung können sie zerbrechen. "Gelangt Asbest als Staub in die Luft, ist auch eine geringe Belastung besorgniserregend. In unserer Forschungsarbeit kümmern wir uns um gering belastete Böden, die großflächig kontaminiert und schwer zu sanieren sind", sagt Krämer.

Wichtig ist außerdem die Verwitterungsgeschwindigkeit. Im Labor werden Sauerampfer, Lupinen und Wiesenrispe auf kontaminiertem Boden angepflanzt. Ob sie oder auch der Boden-pH-Wert den Prozess beschleunigen, ist eine der Forschungsfragen. Bisher zeigte sich, dass Asbestzement auf saurem Boden schneller verwittert. Weitere Versuche sollen nachweisen, ob Pflanzen wie der Sauerampfer auf kalkhaltigem, neutralem Boden einen Ausgleich schaffen.

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