SPITZENSTUDENT

Junger Kopf, schneller Brüter

Jungmathematiker Florian Kogelbauer will (es) einfach wissen

Uschi Sorz | aus HEUREKA 3/16 vom 22.06.2016

"Ich habe es nie darauf angelegt, schnell zu studieren", sagt Florian Kogelbauer. Verfolgt man seinen Lebenslauf, klingt das beinahe kokett: Uni-Vorlesungen in der Schulzeit, zugleich mit der Matura 30 ECTS-Punkte, ein Jahr später Bachelor. Wieder ein Jahr danach der Master. Und jetzt, mit gerade einmal 23 Jahren, ist der junge Wiener mit dem Doktor in der Tasche zu seiner Postdoc-Stelle an der ETH Zürich aufgebrochen.

Was ehrgeizig wirkt, scheint aber eher ein Fall von unstillbarer Wissbegier zu sein. "Ich wollte immer mehr und mehr erfahren", sagt er. "Kaum war ich auf einem geistigen Hügel angekommen, vermutete ich hinter dem nächsten eine noch bessere Aussicht." So passen auch der Klavierabschluss an der Musikschule und die neben dem Mathematikstudium an der Uni Wien eingestreuten Vorlesungen in Literaturwissenschaft und Philosophie ins Bild. Kogelbauer liest und lernt einfach leidenschaftlich gern.

Vor vierzig Jahren war es weit weniger aufwendig, so jung zu promovieren. Heute gilt man als Wunderkind. Und fast kindlich unbeschwert nähert sich Kogelbauer bereits dem nächsten Hügel: Nach der mathematischen Theorie von Wasserwellen vertieft er sich nun in unendlich dimensionale dynamische Systeme.

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