OPEN INNOVATION

Die Topothek als Detektivspiel für alle: Holen Sie Ihre Fotos aus der Kiste!

Eine Plattform, auf der unter Mitarbeit der Bevölkerung lokalhistorisches Wissen und Material aus privaten Händen erschlossen wird

Sabine Edith Braun | aus HEUREKA 3/16 vom 22.06.2016

70 Topotheken sind bereits online. Fünfzig in Niederösterreich, einige in Wien, Oberösterreich und im Burgenland, aber auch im Ausland.

Wie kommt man auf die Idee zu solch einem Projekt? "Eines hat das andere ergeben", sagt der Topothek-Erfinder Alexander Schatek, der selbst weder gelernter Historiker noch Archivar ist, sondern Industriedesign studiert hat.

"Es war eine private Notwendigkeit", so Schatek. "Die Beschäftigung mit dem Gebiet meiner Kindheit, dem Prater." Gemeint ist nicht nur der Wurstelprater, sondern das Erholungsgebiet. "Ich dachte mir oft: Da war doch noch ein Bild, aber wo? War es ein Foto, das ich gesehen hatte, eine Postkarte oder ein Bild in einem Buch?"

Um Ordnung in die private Archivwelt zu bringen, erstellte Schatek eine Datenbank, die rasant wuchs: Der Aufwand für das Up-to-date-Halten der Datenbank wie der Eingabefunktionen ist heute groß.

Wer alte Bilder zum Thema Prater hat, kann sie hochladen lassen. Die Bilder werden beschlagwortet, die abgebildeten Personen und Dinge benannt. Unbekanntes wird mit einem Fragezeichen versehen - jeder kann sich online einbringen.

Die Qualitätssicherung fußt auf zwei strengen Grundregeln: Suchbegriffe werden nur im Singular eingegeben, und sie dürfen nicht zu lang sein. Als historisches Werk will Schatek die Topothek nicht verstanden wissen. "Es ist ein Archiv mit Grundmaterial. Die wissenschaftliche Bearbeitung kann hinterher kommen!"

Alle Rechte verbleiben bei den Bildinhabern. Aber jeder soll die Bilder sehen können. "In Österreich herrscht leider zu oft die Ansicht vor: Ich hab was, aber schau es dir auf keinen Fall an!", meint Schatek.

www.topothek.at

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