FREIHANDBIBLIOTHEK

Buchempfehlungen zum Thema von Emily Walton

aus HEUREKA 3/16 vom 22.06.2016

Wie sich die Universitäten in Amerkia entwickelt haben, und wie es dort heute aussieht

Warum studieren? Um Geist und Horizont zu erweitern, um einzutauchen und sich der Forschung hinzugeben? Oder doch lieber, um möglichst zügig einen Abschluss zu erlangen, der den Einstieg in ein (gut bezahltes) Berufsleben ermöglicht? Columbia-Professor Andrew Delbanco setzt sich in seinem Buch mit der Kommerzialisierung des Hochschulwesens auseinander und liefert zugleich einen historischen Abriss der Unis in Amerika - von den Anfängen in der Kolonialzeit bis zu den finanziellen, intellektuellen und ethischen Herausforderungen der Gegenwart.

Andrew Delbanco: College. What it Was, Is, and Should Be. Princeton University Press. 248 S.

Zwei Billionen (englisch: Trillions) werden 2020 die Studierendenschulden in den USA betragen

Studierende sind hoch verschuldet - zumindest in Amerika. Bis 2020 sollen die Gesamtschulden der Studierenden dort zwei Billionen Dollar betragen. Wer kann sich noch ein Studium (für viele Teil des "American Dream") leisten, wenn Studium und Lebenserhaltungskosten ständig steigen? Wie geht man mit dem Druck um, auf Pump zu leben? Das Autorenduo Joel und Eric Best beschreibt die wirtschaftliche Situation der Hochschulabsolventen und sucht Lösungsansätze für die belastenden Finanzierungsprobleme, denen sich die Jungakademiker stellen müssen.

Joel & Eric Best: The Student Loan Mess. How Good Intentions Created a Trillion-Dollar Problem. UCLA Press. 248 S.

Hier wie da: Wer, aus gutem Haus kommend, studiert, tut sich mit der Karriere leichter

Sag mir, mit wem du dich abgibst, und ich sag dir, was aus dir wird. Fünf Jahre lang haben die Autorinnen das Umfeld von Studentinnen untersucht, um daraus Schlüsse zu ziehen, wie Studentenverbindungen und einflussreiche Freunde sich auf den künftigen Erfolg auswirken. Die Erkenntnis: Jene, die bereits aus einflussreichen Familien kommen und sich mit Ihresgleichen abgeben, kommen schneller weiter. Für die große Mehrheit, die nicht zu dieser Elite gehört, ist der Karriereweg deutlich steiniger -besonders wenn hohe Studentenkredite abzubezahlen sind.

Elizabeth Armstrong, Laura Hamilton: Paying for the Party. How College Maintains Inequality. Harvard Univ. Press. 294 S.

Wenn Waffenkonzerne deine Uni unterstützen, dann bist du in England oder den USA

Im englischsprachigen Raum lenkt längst nicht mehr die Politik das Hochschulwesen, sondern die freie Marktwirtschaft. Studiengebühren steigen rasant, während Beihilfen und Förderungen sinken. Da Universitätsrankings immer wichtiger werden, investieren Unis in Markenaufbau, Marketing und PR. Autor Roger Brown lässt die Leser hinter die Kulissen von englischen Hochschulen blicken und zeigt, wie sich die Finanzierung von Forschung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und wie Universitäten auf das zunehmend kompetitive Umfeld reagieren.

Roger Brown: Everything for Sale? The Marketisation of UK Higher Education. Routledge. 256 S.

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