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Buchempfehlungen zum Thema von Emily Walton

aus HEUREKA 4/16 vom 27.10.2016

Das probematische Verhalten von Medizinern im Lauf der Geschichte

Die Ursprünge der Medizin gehen auf Hippokrates und das fünfte Jahrhundert vor Christus zurück. Doch bis zur Erfindung der Antibiotika in den 1930er Jahren richteten Ärzte nicht zwangsläufig Gutes an - so der Autor David Wootton. Der Historiker setzt sich mit der Geschichte der Medizin und der Beziehung zwischen Arzt und Patient auseinander und kritisiert, dass sich die Mediziner früher zu sehr auf den Glauben verließen, den die Patienten für sie hegten, und Erfindungen mit Skepsis betrachteten. So etwa dauerte es rund 60 Jahre, bis sich Penicillin durchsetzte.

David Wootton. Bad Medicine: Doctors Doing Harm Since Hippocrates. Oxford University Press, 336 Seiten

Wie kommt ein Arzt zur richtigen Diagnose?

Wie fällen Ärzte wichtige Entscheidungen? Warum wählen sie für Patienten A jene Therapie und für Patienten B eine andere? Auf welche wissenschaftlichen Ergebnisse stützen sie sich, und welche Studien verwerfen sie? Und wer bzw. was schützt sie vor Fehlentscheidungen und überstürzten Handlungen? Jerome Groopman versucht in seinem Werk die Gedankengänge von Spitzenmedizinern zu analysieren. Dabei legt er auch dar, wie falsche Diagnosen ausgesprochen werden und welch Feingefühl es braucht, um sich an die richtige Diagnose heranzutasten.

Jerome Groopman. How Doctors Think. Mariner Books, 336 Seiten

Wie muss ein System funktionieren, um gute Ärzte zu schaffen?

Der Werdegang eines Arztes ist ein langer. Nach dem fordernden Studium folgt in Österreich der Turnus, in Amerika gibt es das "Residency System" für junge Ärzte. Dieses nimmt Autor Kenneth Ludmerer genau unter die Lupe. Er beleuchtet die geschichtliche Entwicklung der Medizinausbildung, die Grundsätze des Trainings sowie auch die Finanzierung und Verwaltung dieses Systems. Geleitet wird er dabei von der Frage: Wie bringt man in Amerika hervorragende Ärzte hervor, die selbstsicher und gekonnt auf ihre Patienten eingehen?

Kenneth M. Ludmerer. Let Me Heal: The Opportunity to Preserve Excellence in American Medicine. Oxford University Press, 456 Seiten

Wie kommt es zu ärztlichen Kunstfehlern - und welche Folgen haben sie?

Sein Vater starb an einer Infektion, die er sich in einem angesehenen New Yorker Spital zugezogen hatte. Anlass genug für David Goldhill, den Zustand der amerikanischen Gesundheitsvorsorge zu untersuchen. Wie konnten den Experten, die mit bester Technologie ausgestattet waren, solche Fehler unterlaufen? Und warum wird diese fehlerhafte Behandlung von der öffentlichen Krankenversicherung Medicare bezahlt? Ein Buch nicht nur für die Angehörigen jener 200.000 Menschen, die in den USA pro Jahr Opfer der Medizin werden.

David Goldhill. Catastrophic Care: Why Everything We Think We Know about Health Care Is Wrong. Vintage Books, 385 Seiten

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