: MATHEMATIK

Qualität durch Statistik

Wird ein Chip funktionieren? Daniel Kurz kann es beurteilen

Uschi Sorz | aus HEUREKA 4/16 vom 27.10.2016

Komplexe Produktionsprozesse verlangen höchste Präzision. Etwa in der Halbleitertechnologie. Was diese mit Mathematik zu tun hat? "Hier braucht man eine vernünftige Abschätzung von Frühausfallswahrscheinlichkeiten." Daniel Kurz ist Postdoc am Institut für Statistik der Universität Klagenfurt. Kann man vorhersagen, ob ein Chip nach den ersten 48 Stunden noch funktioniert, erspart man sich aufwendige Testvorgänge, sogenannte Burn-ins. Mit diesen Verfahren kann man die ersten Einsatzstunden eines Bauteils in einer Anwendung simulieren. Die Ausfallsrate gibt Auskunft über die Zuverlässigkeit eines Chips.

Kurz befasst sich mit Burn-in-Studien von Halbleitern. Genauer gesagt arbeitet er daran, das einwandfreie Funktionieren von deren Einzelteilen effizienter abschätzen zu können. "Im aktuellen Projekt geht es um eine flexiblere Festlegung von Burn-in-Testzeiten", so der Steirer. "Wenn man weniger Einsatzstunden simulieren muss, lässt sich der Aufwand dieser Studien erheblich senken."

Schon früh im Mathematikstudium hat sich Kurz für Statistik interessiert. Zugleich gewährte ihm eine Kooperation seines Instituts mit dem Unternehmen Infineon Einblicke in die Halbleiterindustrie. "Die finde ich schon sehr spannend", meint der 28-Jährige, "und Statistiker spielen durchaus eine Rolle. Für Kosteneinsparungen ebenso wie beim Entwickeln innovativer Produktionsverfahren."

So zieht sich diese Forschungskooperation des Klagenfurter Instituts wie ein roter Faden durch Kurz akademische Laufbahn, von seiner Diplomarbeit über die Dissertation bis zu den heutigen Projekten. Etwa einem kürzlich abgeschlossenen und als exzellent bewerteten EU-Projekt, in dem er an der Entwicklung mehrerer neuer Methoden zur Vorhersage von Chip-Ausfallswahrscheinlichkeiten maßgeblich beteiligt war. Von der Kopfarbeit erholt er sich dann am liebsten beim Bergsteigen.

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