ACTIVE AND ASSISTED LIVING

Alte Menschen versetzt man nicht: Neue Technologien fürs Zuhausebleiben

Das Forschungsprojekt ZentrAAL adaptierte sechzig Wohnungen, um selbstbestimmtes Altern in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen

Claudia Laminger-Schmid | aus HEUREKA 5/16 vom 23.11.2016

Es ist eines von drei im Rahmen des FFG-Programms benefit laufenden Projekten. Das erste Testregionsprojekt im Burgenland ist bereits abgeschlossen.

Salzburg ist seit dem Jahr 2015 eine Modellregion für altersgerechte Assistenzsysteme, welche die Menschen im Salzburger Zentralraum und in Teilen des Innergebirgs im Alltag unterstützen. Die 60-bis 79-Jährigen leben in vom Hilfswerk Salzburg betreuten Wohnungen und waren schon vor Beginn der fünfzehnmonatigen Testphase Ideengeber für die AAL-Komponenten.

Das auf Funktechnologie basierende Paket besteht aus einem mobilen und einem bei der Wohnungstür fix montierten stationären Tablet. Das mobile Tablet hat eine SOS-Taste zum raschen Notrufabsetzen beim Hilfswerk. Die Funktion gibt es auch auf der Smartwatch mit Fitnessfunktion. Ein elektronischer Türspion mit Kamera zeigt auf den Displays beider Tablets, wer draußen läutet. Ein Zusatzstecker an einem häufig genutzten elektronischen Gerät macht auf dem Tablet-Screen geöffnete Fenster bzw. Türen oder den aufgedrehten Herd sichtbar.

Haben über längere Zeit keine Aktivitäten in der Wohnung stattgefunden, informieren Minisensoren das System, das sich sofort "erkundigt", ob alles in Ordnung ist. Folgt trotz nicht aktiviertem Urlaubsmodus keine Reaktion, wird das Hilfswerk verständigt.

Weitere Tabletfunktionen sind u.a. Terminerinnerungen, Nachbarschaftshilfe sowie Vitaldaten-Check von Waage und Uhr. "Derzeit werden die Unterhaltungs-und Fitnessfunktionen am häufigsten genützt", sagt Projektleiterin Cornelia Schneider von Salzburg Research. "Ziel ist es, eine leicht nachrüstbare Technologie zur Marktreife zu bringen."

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