PSYCHOLOGIE

Interessieren sich Schwulenhasser überhaupt weniger für Sex?

Dies legt eine Studie der Universität Genf nahe, in der durch Prüfung der Pupillenerweiterung die sexuelle Präferenz aufgespürt wurde

Sabine Edith Braun | aus HEUREKA 5/16 vom 23.11.2016

Psychologen der Universität Genf haben nachgewiesen, dass Schwulenfeindlichkeit mit einem generell niedrigen Interesse an Sexualität korreliert. Dazu wurde von männlichen Testpersonen die Pupillenerweiterung beim Betrachten von Bildern mit sexuellem Inhalt gemessen. Als Testpersonen fungierten 36 heterosexuelle Studenten. Zur Feststellung des vorhandenen Grades an Homophobie musste jeder einen Fragebogen ausfüllen. "Schwule sollten aufhören, sich darüber zu beschweren, wie sie von der Gesellschaft behandelt werden", lautete eine der Fragen.

Den Probanden wurden 25 Bilder vorgelegt. Sie mussten bewerten, wie angenehm oder unangenehm es ist, sie zu betrachten. Zehn Bilder zeigten homosexuelle Paare, zehn heterosexuelle Paare, und fünf Bilder hatten neutrale Inhalte.

60 Mal pro Sekunde maß der Eye-Tracker die Pupillengröße. Die Erweiterung fiel bei Testpersonen mit einem hohen Grad an Homophobie signifikant geringer aus als bei jenen mit einem niedrigen Grad -unabhängig davon, ob es sich um Bilder mit hetero-oder homosexuellem Inhalt handelte.

"Forensische Psychologen haben um einen Test gebeten, der durch Pupillenerweiterung die sexuellen Präferenzen Pädophiler aufspürt", sagt Studienleiter Boris Cheval. "Außerdem überlegen Mediziner, ob die Pupillenerweiterung auch unbewusste oder bewusst verborgene Pathologien aufspüren kann."

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