ÖKOLOGIE

Intensive Landwirtschaft mäht die Artenvielfalt auf unseren Wiesen nieder

Biodiversität wird ein immer wichtigerer Faktor, weil sie mehr und mehr verschwindet. Auch auf der Wiese und in anderen Ökosystemen

Jochen Stadler | aus HEUREKA 1/17 vom 22.03.2017

Was ist eine landwirtschaftlich "intensiv" genutzte Wiese? Eine, die häufig gemäht und auf der viel Dünger ausgebracht wird. Das bringt die Blumen zum Verschwinden. Die lokale Artenvielfalt (Alpha-Diversität) wird geringer. Auch Unterschiede zwischen voneinander getrennten Lebensräumen (Beta-Diversität) verringern sich, fanden Stephanie Socher von der Universität Salzburg und Swen Renner von der BOKU Wien mit Kollegen heraus. Dabei gehen vor allem seltene und stark spezialisierte Arten verloren, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin Nature. Unter der Leitung von Martin Gossner von der Universität Jena hat ein internationales Team in Deutschlands untersucht, wie sich die Intensität der Landnutzung auf das Vorkommen von 4.000 Arten von Lebewesen auswirkt. Je mehr Wiesen für intensive Landwirtschaft genutzt wurden, umso stärker nahm die Vielfalt der Pflanzen, Pilze, Bakterien, Würmer, Käfer, Fledermäuse und Vögel zwischen voneinander getrennten Lebensräumen ab. Ob es sich dabei um Bodenorganismen oder oberirdische Lebensformen handelte, machte keinen Unterschied. Die Alpha-Diversität schwand hingegen nur über dem Boden und blieb im Erdreich gleich.

Entscheidend für die Höhe der Beta-Diversitäts-Verluste war, wie oft eine Wiese gemäht wurde. Intensives Düngen erwies sich hingegen als weniger schlimm, fanden die Forscher heraus.

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