: STICKSTOFFFORSCHUNG

Unser Critical Load: Wie viel Stickstoff steckt im Boden?

Ein Forschungsprojekt hat den Stickstoffeintrag in unsere Waldböden und die Folgen davon ermittelt

Lukas Schöppl | aus HEUREKA 2/17 vom 26.04.2017

"CCN-Adapt ist ein Projekt des Austrian Climate Research Programmes", erklärt Barbara Kitzler, Forscherin am BFW. "Es steht unter der Leitung von Thomas Dirnböck vom Umweltbundesamt und ist eine Zusammenarbeit mit der Universität Wien sowie dem BFW. Im Projekt wurden u.a. Treibhausgasemissionen aus Böden unter verschiedenen Klima-und Stickstoffeintragsszenarien berechnet und die zukünftigen Stickstoffverluste aus Böden beurteilt."

Stickstoff ist für alle Lebewesen ein unentbehrlicher Nährstoff. Auch die Luft, die wir atmen, besteht zum Großteil aus Stickstoff. In der Landwirtschaft wird u.a. Stickstoffdünger eingesetzt, um Erträge zu steigern. Übermäßige Verwendung birgt jedoch auch Gefahren, denn zuviel davon kann Ökosystemen Schäden zufügen: vermehrt klimaschädliche Treibhausgase emittieren, Trinkwasser durch Nitrat belasten oder zum Verlust von biologischer Vielfalt im und am Boden beitragen.

Der "Critical Load" an Stickstoff, also jene Menge, die ein Wald kompensieren kann, wird durch Emissionen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft seit vielen Jahren überschritten. Frei gesetztes Ammoniak und Stickoxid gelangen durch die Luft und durch Niederschläge in den Waldboden. Mit CCN-Adapt sollen künftige Veränderungen des Stickstoffkreislaufes in österreichischen Wäldern berechnet werden. Ende April wird Barbara Kitzler erste Ergebnisse präsentieren.

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