: JUNGFORSCHERINNEN

Mit ihrem Wissen um Bodenprozesse und Bodenökologie leisten diese Forscherinnen und Forscher wichtige Beiträge zur Diskussion um den Kimawandel

Uschi Sorz | aus HEUREKA 2/17 vom 26.04.2017

Katharina Keiblinger, Institut für Bodenforschung, BOKU

Für die Versorgung der Weltbevölkerung spielt der Boden eine Schlüsselrolle. Er steht im Mittelpunkt von Keiblingers Forschung. Im Zuge ihrer Dissertation am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) hat sie an der Weiterentwicklung einer neuen Methode mitgewirkt: Boden-Metaproteomics. "Mich interessiert, welche Rolle Mikroorganismen in der Umwelt spielen", sagt die Universitätsassistentin. "Dabei ist meine große Leidenschaft, mein chemisches Wissen bei der Untersuchung naturnaher Ökosysteme einzubringen." Die 33-Jährige hat technische Chemie studiert und ist u.a. in ein Projekt zur Erforschung des Einflusses von Dürreperioden und Starkregen in einem Buchenwald des Lehrforstes Rosalia eingebunden. 2015 erhielt sie einen FEMS-Research-Grant.

Andreas Schindlbacher, Institut für Waldökologie und Boden, BFW

"Nicht nur Menschen produzieren Treibhausgase, sondern auch Bodenlebewesen", sagt Waldökologe Schindlbacher. "Es ist unklar, wie sich die Klimaerwärmung auf den Kohlenstoff im Waldboden auswirkt." Er leitet ein bereits zehn Jahre dauerndes Projekt in Tirol (siehe Seite 6). "Dort haben wir den Waldboden kleinräumig um vier Grad Celsius aufgeheizt." Die künstliche Bodenerwärmung hat Bodenkohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre freigesetzt. Darüber hinaus nimmt der gebürtige Steirer den Nationalpark Donauauen unter die Lupe, konkret die dortigen Methan-und Lachgasemissionen und die Rolle von Überflutungen. Die Abwechslung zwischen Büro- und Freilandarbeit mag der Vater zweier Töchter sehr. "Es ist immer schön, ein paar Tage im Wald zu sein."

Mathias Mayer, Institut für Waldökologie, BOKU

Bergwälder reagieren oft sensibel auf Störungen. "Daher möchte ich gerade diese Ökosysteme besser verstehen", sagt Mayer. Im Rahmen seiner Dissertation an der BOKU möchte er ermitteln, wie und vorallem warum Störungen die Eigenschaften sowie die Funktion von Waldböden als Kohlenstoffspeicher beeinflussen. "Waldbodenkunde hat mich immer besonders fasziniert, weil Böden eine wesentliche Grundlage für das Wachstum und die Entwicklung von Wäldern sind." Als studentischer Mitarbeiter hat er schon früh Erfahrungen auf dem Feld der Bodenforschung gemacht und im Zuge des Master- und Doktoratsstudiums vertieft. Nun untersucht er mit einer Arbeitsgruppe, wie sich Stürme und Kahlschläge auf die Bodendynamik und den Kohlenstoffkreislauf von Bergwäldern auswirken.

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