: EDITORIAL

Die Differenz

christian zillner | aus HEUREKA 3/17 vom 07.06.2017

Das Wichtigste, das einem als Studierendem begegnen kann, ist eine gute Lehrerin oder ein guter Lehrer. They make all the difference. Dafür lohnt es sich, den Studienort oder die Hochschule zu wechseln.

In den Diskussionen um eine Weiterentwicklung der Hochschulen, um ihre bessere Anbindung an Arbeitsmarkt und Wirtschaft sowie ihr Bemühen, den Bedürfnissen der Studierenden zu entsprechen, kommt das kaum zur Sprache. Eine Zeit, die alle politische Hoffnung dem Glauben an Technologie geopfert hat, kann mit den Vorzügen einzelner Menschen wenig anfangen. Ja, schon, eine gute Lehrerin -aber, wie schafft man so etwas? Wie hält man sie unter Kontrolle? Wie misst man ihren Erfolg?

Fichte und Schiller hatten zu ihrer Zeit in Jena keine unserer Technologien zur Verfügung. Sie mussten sich gegen rotzfreche Prügel (wie wir in Österreich riesige Kerle nennen) durchsetzen, die unter Studium hauptsächlich Saufen und Fechten verstanden. Fichtes Ideen von einer Universität? No go für die meisten Studierenden. Sie bezahlten für Vorlesungen und konnten so Druck auf die Lehrenden ausüben. Fichte und Schiller ist es dennoch gelungen, eine neue Idee von Universität durchzusetzen. Sie überzeugten die Studierenden mit Begeisterung, nicht mit Bürokratie.

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