: KLIMASCHUTZ

Wo der Wind noch mehr Strom erzeugen würde, wäre es gesetzlich erlaubt

Einst versorgte ein Windrad fünf Haushalte, heute schafft es 2.000. Trotzdem fehlt die gesetzliche Grundlage zum Weiterausbau

Sophie Hanak | aus HEUREKA 4/17 vom 21.06.2017

Derzeit herrscht Flaute für die Windkraft in Österreich. "260 genehmigte Windräder mit einer Leistung von 850 Megawatt Strom für 650.000 Haushalte warten darauf, gebaut zu werden. Dazu müsste aber zuerst die kleine Ökostromnovelle beschlossen werden", sagt Martin Fliegenschnee-Jaksch von der Interessensgemeinschaft Windkraft.

Ein weiterer Ausbau würde Vorteile für die Verbraucher bringen, wie eine Studie der TU Wien zeigt. Es wurden verschiedene Szenarien analysiert. Die Ökostromkosten hängen vom Strommarktpreis und den Ausgleichsenergiekosten ab. Das wahrscheinlichste Szenario geht von sinkenden Ausgleichsenergiekosten und deren Angleichung an das deutsche Niveau aus. Für den Strommarktpreis wurde ein leichter Anstieg in den nächsten Jahren angenommen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Ökostromkosten weiter sinken, würden die geplanten Windräder gebaut. Technisch ist es heute kein Problem mehr, Strom allein aus erneuerbarer Energie zu produzieren. "2050 werden wir sogar weniger Windräder oder Photovoltaik-Anlagen haben als heute, da sich die Technologie rasant entwickelt. Die ersten Windräder haben fünf Haushalte versorgt, heute kann ein einziges Windrad 2.000 Haushalte versorgen", erklärt Fliegenschnee-Jaksch.

Die Betreiber hoffen, dass das Warten bald ein Ende hat und dies bei der Veranstaltungsreihe "Tag des Windes" gefeiert werden kann.

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