: JUNGFORSCHERINNEN

Dieser Nachwuchs ist in der Arbeitsgruppe Zoran Culig an der MedUni Innsbruck der trickreichen Kommunikation von Prostatakrebs auf der Spur

Uschi Sorz | aus HEUREKA 4/17 vom 21.06.2017

Julia Höfer, 35, Molekularbiologin

Nach drei Jahren Medizinstudium hat sie gemerkt, dass sie sich vor allem für die Mechanismen interessiert, die zur Entstehung von Krankheiten führen. Biologie hatte sie schon in der Schule begeistert. So spezialisierte sie sich auf Molekularbiologie. Im Zuge ihrer Dissertation hat sie neue Ansatzpunkte zur Behandlung des Prostatakarzinoms erforscht. Aktuell nimmt sie im Zuge einer Hertha-Firnberg-Stelle an der Innsbrucker Uniklinik das Protein PIAS1 unter die Lupe, das in Prostata-und Brustkrebszellen vermehrt erzeugt wird und unkontrolliertes Wachstum fördert. "Wir untersuchen die Hypothese, dass PIAS1 die Wirksamkeit der Strahlentherapie beeinflusst." Die Anpassungsfähigkeit von Tumoren sei eine große Herausforderung. Ihr Ziel: "Ich möchte zu einer effizienteren Therapie beitragen."

Florian Handle, 30, Molekularbiologe

Er hatte sich schon bei der Biologiematura auf molekulare Zellbiologie spezialisiert. "Ich finde es spannend, mit so einem komplizierten System zu arbeiten, bei dem es laufend Neues zu entdecken gibt", sagt der Innsbrucker. Nach Abschluss seiner Doktorarbeit an der Innsbrucker Uniklinik in der Arbeitsgruppe von Zoran Culig ist er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Seine Forschung dreht sich um die Wechselwirkung der beiden wichtigsten Signalwege im Prostatakarzinom. "Ähnlich wie gesunde Zellen sind Krebszellen laufend über Signalwege mit den Nachbarzellen in Kontakt. Sie haben es aber geschafft, das zu ihrem Vorteil auszunützen." Er untersucht, welchen Einfluss diese Wechselwirkung auf die Entstehung von Therapieresistenzen bei fortgeschrittenem Prostatakrebs hat.

Birgit Luef, 31, Biochemikerin

Sie forschte bis vor Kurzem in derselben Arbeitsgruppe wie Julia Höfer und Florian Handle. Ihre Leidenschaft für die humane Zellkultur und molekularbiologische Methoden hatte sie während ihrer Masterarbeit in Biochemie und Molekularer Biomedizin an der TU Graz entdeckt. "Ich wollte etwas für die Allgemeinheit tun und in meiner Forschung näher am Patienten sein", sagt die Steirerin. So widmete sie ihr Doktoratsstudium in Innsbruck der Prostatakrebsforschung. An der Uniklinik für Urologie beschäftigte sie sich mit dem Partnerprotein des Androgenrezeptors, der im Krebsgewebe und in Tochtergeschwülsten von Prostatakrebspatienten nachgewiesen wurde. "Zellkulturexperimente zeigten, dass dieses Partnerprotein das Wachstum fördert. Diese Tatsache könnte ein neuer Ansatz für weitere Therapien sein."

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige