: MEDIZIN

Nervenschmerzen, aber keine Hilfe

Eine Studie deckt große Lücken bei der Schmerztherapie auf

Dieter Hönig | aus HEUREKA 4/17 vom 21.06.2017

Knapp eine Million Österreicher leidet an Polyneuropathie - vorwiegend Langzeit-Diabetiker und Menschen mit Nierenleiden. Auch Alkohol sowie starke Medikamente können die Nerven nachhaltig schädigen und unerträgliche Schmerzen verursachen. Polyneuropathie kann unterschiedlichste Beschwerden auslösen: Gehen wie auf Watte, Bamstigkeit, Kribbeln und Schmerzen in Händen oder Füßen bis hin zu schweren Lähmungserscheinungen. Betroffene leiden auch oft unter einer psychischen Belastung, sagt der Neurologe Udo Zifko vom Evangelischen Krankenhaus Wien. Beschwerden und Ängste könnte man aber vielen Patienten ersparen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Demnach hatte jeder dritte keine ausreichende diagnostische Abklärung seiner Beschwerden erhalten und jeder fünfte Patient keine vollständige oder gar eine falsche Diagnose bekommen. Das Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten wurde nur rund 70 Prozent der Betroffenen angeboten. Vier von fünf Patienten erhielten keine spezielle Physiotherapie zur Verbesserung von Motorik und Gangbild. Was Udo Zifko bedauerlich findet, weil gerade bei Polyneuropathien eine große Auswahl an individuellen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stünde.

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