: FORSCHUNGSVERBUND

Was sind denn bitteschön eigentlich Werte? Und wer braucht so etwas?

Unter Werten versteht jeder das, was ihm selbst am besten passt. Die Wissenschaft nähert sich dem Thema mit eigenen Wertestudien

Tobias Schmitzberger | aus HEUREKA 5/17 vom 25.10.2017

Der Wahlkampf war auch ein Kampf der Werte. Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit waren Themen, die Platz auf Plakaten und Wahldebatten fanden. Doch diese Begriffe sind abstrakt. Im Endeffekt können sie für jeden Menschen etwas anderes bedeuten. Wie werden Werte also gebildet? Was sind Werte? Solche Fragen stellt sich der Forschungsverbund interdisziplinäre Werteforschung. Seit Juli 2017 ist er tätig, vier Fakultäten sind beteiligt: Die Katholische Theologie, die Philosophie und Bildungswissenschaft, die Rechtswissenschaften sowie die Sozialwissenschaften. Leiter des Verbundes ist Christian Friesl vom Institut für Praktische Theologie an der Universität Wien. Hier ist man seit 1989 in der empirischen Werteforschung engagiert und wirkte mehrmals an der länderübergreifenden "europäischen Wertestudie" mit. Im Jahr 2008 beschloss man, künftig mit anderen Fakultäten kooperieren zu wollen. "Das hat dann konzentrische Kreise gezogen. Wir haben gesagt: Werte sind nicht nur ein theologisches Thema. Religionen sind Wertequellen, aber bei Weitem nicht die einzigen", so Friesl.

So entstand eine Zusammenarbeit mit der Sozialwissenschaft, später holte man die anderen Fakultäten hinzu. Doch damit ist für Friesl nicht unbedingt Schluss: "Wir haben besprochen, dass uns etwa auch noch Historiker fehlen. Aber jetzt wollen wir den Forschungsverbund erst einmal anlaufen lassen, es gibt genug Arbeit."

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