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Buchempfehlungen zum Thema von Emily Walton | aus HEUREKA 5/17 vom 25.10.2017

Bestandsaufnahme: "An Agenda for Change in American Higher Education"

Steckt das amerikanische Hochschulsystem in der Krise? Und wenn ja, wo liegen die größten Sorgen? Sind es tatsächlich die Studierendenkredite? Oder die steigenden Studiengebühren, die oftmals nur auf ein allzu bürokratisches System zurückzuführen sind? Oder sind es eher die Studienabbrecherquoten und das Ungleichgewicht zwischen ärmeren und reicheren Studierenden, die im Vordergrund stehen sollten? William Bowen und Michael Mc-Pherson setzen sich mit den Kernthemen des Universitätswesens in Amerika auseinander und geben Lösungsvorschläge.

William G. Bowen, Michael S. McPherson, Lesson Plan. Princeton University Press, 184 S.

Wirtschaft vs. Wissenschaft an englischen Universitäten

Stefan Collini ist in England bekannt für seine gründlich argumentierten Polemiken zur Lage der britischen Universitäten. In seinem aktuellen Buch publiziert er neue sowie überarbeitete Texte. Ein Fokus liegt dabei auf der Erwartungshaltung, englische Universitäten ökonomischer zu machen: Qualitätsmanagement, Effizienz und Rentabilität sind Schlagworte, die immer häufiger im Hochschulwesen fallen. Wird Bildung durch zu viel Vermarktung zerstört? Wo liegen die Grenzen der Reglementierung durch die Politik? Der Historiker sucht Antworten.

Stefan Collini, Speaking of Universities. Verso, 304 S.

Aufruf zur Langsamkeit: "Challenging the Culture of Speed in the Academy"

Forschung und Zeitdruck sind zwei Schlagworte, die nicht gut harmonieren. In Zeiten, da Lehrenden täglich Effizienz und Geschwindigkeit abverlangt wird, drohen Bildung und Forschung zu leiden. Lehrpläne werden dichter, Budgets knapper. Maggie Berg und Barbara Seeber wollen mit ihrem Buch zu einem Innehalten anregen: "The Slow Professor" ist ein Leitfaden für Lehrende, die zur Langsamkeit zurückfinden wollen. Außerdem ist das Buch ein Aufruf an das Kollegium wie auch an die Studierenden, um zurück zu einer entschleunigten, hochwertigen Bildung zu finden.

Maggie Berg, Barbara Seeber, The Slow Professor. University of Toronto Press, 136 S.

Die Qualität der Bachelorstudiengänge in den USA: " Limited Learning on College Campuses"

Für viele Berufe ist ein Bachelor Voraussetzung. In den USA beginnen Eltern oft mit der Geburt des Kindes für die Hochschule zu sparen. Doch was lernen die "Undergraduates" - und was bekommen sie für ihr Geld? Die Soziologen Richard Arum und Josipa Roksa befragten 2.300 Studierende an 24 US-Unis und kamen zu einem bedenklichen Ergebnis: Kritisches Denken, komplexe Analysefähigkeit und wissenschaftliches Schreiben entwickeln sich in den ersten zwei Jahren an der Uni kaum. Ein Plädoyer für Qualitätssteigerung bei den Bachelor-Studiengängen.

Richard Arum, Josipa Roksa, Academically Adrift. University of Chicago Press, 272 S.

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