: JUNGFORSCHERINNEN

Gebäudebegrünung, Energieeffizienz und ökologische Bauweise sind große Zukunftsthemen. Diese drei Doktoranden forschen in Wien dazu.

Uschi Sorz | aus HEUREKA 5/17 vom 25.10.2017

David Tudiwer Die technischen und naturwissenschaftlichen Aspekte von Gebäuden und Städten faszinieren ihn. "Ich lerne gerne, warum Dinge sind, wie sie sind, und was man besser machen könnte", sagt der Wiener. Er hat in Graz Umweltsystemwissenschaften mit Schwerpunkt Physik studiert. Jetzt unterstützt er als Uniassistent die noch junge Forschungsgruppe Ökologische Bautechnologien von Azra Korjenic an der TU Wien. "Wir erforschen, wie sich Gebäudebegrünungen auf das Mikroklima der Umgebung auswirkt, und den Effekt unterschiedlicher Begrünungssysteme auf die Gebäude selbst." Für seine Dissertation nimmt er speziell die thermische Fassadendämmung unter die Lupe. "Ich hoffe, dass Fassadenbegrünungen durch meine Arbeit künftig im Energieausweis berücksichtigt werden." Denn der ist ein wichtiges Dokument bei Förderungen.

Maria Soledad Peñaranda Moren Sie arbeitet in derselben Forschungsgruppe. Die Österreicherin mit chilenischen Wurzeln ist Projektassistentin am Institut für Bauphysik und Schallschutz. Schon im Architekturstudium in Lateinamerika hat sie sich für erneuerbare Energien und Energieeffizienz begeistert. Seit zehn Jahren lebt sie in Wien. Für ihre Doktorarbeit forscht sie zu einer multifunktionalen Systemlösung, die Fassadenbegrünungen und Photovoltaikanlagen kombiniert. "Das ist einzigartig. Bisher hat man die Systeme nur nebeneinander genutzt, aber nicht miteinander als Doppelsystem." Der Effekt: Die Module schützen die Pflanzen vor Sonne und Wind, wodurch sie besser gedeihen. Die Hauswände wiederum heizen sich bei Hitzewellen um ein Vielfaches weniger auf, als sie es sonst täten. "Wir haben es patentieren lassen", sagt Peñaranda.

Elma Krasny Ihren Master machte die Bosnierin an der Fakultät für Bauingenieurwesen der Uni Kansas/USA. Danach begann sie in der Bauindustrie zu arbeiten. Für alternative und umweltrelevante Materialien hat sie sich schon früh interessiert. Sie begegnete den Professorinnen Azra Korjenic von der TU Wien und Sanela Klaric von der Burch University. Deren Themen zu nachhaltiger Architektur trafen ihr Interesse. "Sie wurden meine Mentorinnen", freut sich Krasny. Nun arbeitet sie an einer interdisziplinären Dissertation an der TU Wien und der International Burch University in Sarajewo. Diese dreht sich um natürliche lokale Baustoffe wie Stroh, Holz, Lehm, Kalk und Mörtel und ihre Verwendung in Solar-und nachhaltiger Architektur. "Mein Ziel: Wissenslücken in dieser ökologischen Bauweise zu füllen und die Ergebnisse bekannt zu machen."

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