: GASTKOMMENTAR

ÖFG: Für mehr Wissenschaftlichkeit im öffentlichen Diskurs

Markus Vago | aus HEUREKA 6/17 vom 15.11.2017

Die Österreichische Forschungsgemeinschaft feiert heuer ihr vierzigjähriges Bestehen. Nicht nur die Forschungslandschaft, auch die Förderlandschaft hat sich in dieser Zeit in Österreich stark gewandelt. So hat sich auch das Angebot der ÖFG stetig weiterentwickelt. Als einzige von Bund und Ländern getragene Forschungsinitiative versucht die ÖFG, der Wissenschaft mit ihren Fördermitteln gezielte Impulse zu geben.

Sie fördert einerseits Forschungsvorhaben in zukunftsträchtigen und interdisziplinären Gebieten und widmet sich anderseits mit ihren Förderprogrammen dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie der interdisziplinären Zusammenarbeit von Forschern und Forscherinnen. Drei Schwerpunkte bestimmen unsere Arbeit:

1. Nachwuchsförderung: Um den wissenschaftlichen Nachwuchs in Österreich zu motivieren und damit den Forschungsstandort mitzusichern, ist es wichtig, jungen Menschen eine international vernetzte Karriere zu ermöglichen. Mithilfe der Förderprogramme der ÖFG können Nachwuchswissenschafter in der frühen Phase ihrer wissenschaftlichen Laufbahn auf finanzielle Unterstützung zählen. Die Nachwuchsförderung ermöglicht, ihre Forschungsergebnisse auf internationalen Konferenzen zu präsentieren, Forschungsaufenthalte anzunehmen, oder wissenschaftliche Publikationen zu realisieren.

2. Die Arbeitsgemeinschaften: Die interdisziplinär und interuniversitär organisierten Arbeitsgemeinschaften ermöglichen der ÖFG, frühzeitig neue Forschungscluster und wissenschaftspolitische Themenfelder für eine breite Öffentlichkeit aufzubereiten, um gesellschaftspolitische Diskurse wissenschaftlich und evidenzbasiert zu flankieren.

3. Forschungs- und Hochschulpolitik: Neben der Ausrichtung des Österreichischen Wissenschaftstages versucht die ÖFG, mit hochschulpolitischen Workshops und Tagungen Themen im Diskurs für den Wissenschaftsstandort Österreich weiterzuentwickeln und Anstöße zur Verbesserung der strukturellen Voraussetzungen für Forschung und Lehre zu geben.

Das Herzstück der Österreichischen Forschungsgesellschaft ist der ehrenamtlich engagierte Wissenschaftliche Beirat. Er sorgt dafür, dass die zur Verfügung gestellten Mittel unbürokratisch, aber qualitätsgesichert bei den Wissenschaftern ankommen.

Gerade angesichts postfaktischer Tendenzen in öffentlichen Diskursen ist es umso wichtiger, dass sich Initiativen wie die ÖFG in selbstbestimmter, unabhängiger und gemeinwohlorientierter Weise einbringen.

Die ÖFG vereinigt eine große Zahl renommierter Persönlichkeiten der österreichischen Wissenschaft aus den verschiedensten Disziplinen und ist damit prädestiniert dafür, aus der Sicht ihrer Forschung zu grundsätzlichen und gesellschaftspolitischen Fragen Stellung zu nehmen - und dies hoffentlich noch weitere vierzig Jahre.

Markus Vago ist Generalsekretär der Österreichischen Forschungsgemeinschaft

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