: EDITORIAL

Dr. phil. Kater

Christian Zillner | aus HEUREKA 6/17 vom 15.11.2017

"Kann ich meinen Kater außer Haus lassen, wenn er andere Katzen tyrannisiert?" So fragt eine Leserin den Ethicist der New York Times. Er, in Gestalt des Princeton- Professors Kwame Anthony Appiah, versucht Antworten auf Fragen zu geben, die man als "ethische" bezeichnet. Sein Kollege Peter Singer hat auch schon für diese Kolumne geschrieben. Seine Ethik erschien den Lesern der Zeitung allerdings zu jedenfalls wurde ihm die Kolumne entzogen. Ethik muss amerikanisch bleiben. Der in Ghana geborene Appiah scheint dem eher zu entsprechen.

Was aber ist nun mit der Macho-Katze? Schwierig, meint Appiah, Philosophen haben sich mit Katzen immer schon schwer getan. So jammerte Jeremy Bentham, Begründer des Utilitarismus (den Singer heute weiterdenkt), einer seiner Kater verfüge über außergewöhnliche Intelligenz, sei aber moralisch ein schrecklicher Despot und unerträglich. Zum Ausgleich lehrte er einen anderen, Makkaroni vom Tisch zu essen und verlieh ihm dafür ein Doktorat.

Jasper, so heißt die Terrorkatze, wird von vielen Nachbarn geliebt, da sie zu ihnen sehr freundlich ist - nur fürchten sie halt um ihre eigenen Katzen. Appiah ist ratlos. Einen Philosophieprofessor matt zu setzen, verdient eigentlich ein Doktorat. Jasper Kater, PhD

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