: KOGNITIONSBIOLOGIE

Kooperieren Männer am liebsten nur mit anderen Männern?

Eine Studie Wiener Kognitionsbiologen ergibt, dass Männer eher mit anderen Männern zusammenarbeiten - auch öfter als Frauen mit Frauen

Jochen Stadler | aus HEUREKA 6/17 vom 15.11.2017

Männer kooperieren untereinander lieber als Frauen und gemischte Pärchen, fanden Wiener Verhaltensforscher heraus.

Dem Homo sapiens könne man generell ein sehr hilfsbereites Verhalten attestieren, erklären diese im Fachmagazin Scientific Reports. Selbst unter Konkurrenten sei der Wille zur Zusammenarbeit groß.

Es gab schon viele Experimente, bei denen sich Menschen prosozial zeigten, allerdings seien das meist Psychologiestudenten in gestellten Situationen gewesen, sagt Jorg Massen vom Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien. So testete er Kollegen in einem realen, sehr kompetitiven Umfeld: der Wissenschaftswelt. Wenn die Menschen hier hilfsbereit sind, wären sie tatsächlich eine kooperative Art, lautete seine These.

Sein Team hat rund 300 Fachkollegen aus der ganzen Welt um Rohdaten gebeten unter dem Vorwand, man wolle sie zusammen mit Daten anderer Forscher neu auswerten. Dafür wurde ihnen nichts geboten. Trotzdem war im Schnitt mehr als die Hälfte der Wissenschafter dazu bereit (55 Prozent).

Dabei war es jedoch nicht irrelevant, welches Geschlecht die Bittsteller und die Gönner hatten. Männer, so erwies sich, kooperierten mit Männern weitaus häufiger (72 Prozent) als in allen anderen Konstellationen, also Frauen untereinander (56 Prozent), wenn ein Mann bei einer Frau anfragte (53 Prozent) oder eine Frau bei einem Mann (54 Prozent).

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