: VERHALTENSBIOLOGIE

Wölfe zeigen sich untereinander kooperativer als unsere Hunde

Sind sie doch die besseren Tiere? Wölfe verhalten sich beim Verfolgen eines Ziels jedenfalls kooperativer als Hunde

ochen Stadler | aus HEUREKA 7/17 vom 06.12.2017

Wölfe können besser an einem Strang ziehen als Hunde, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, fanden Verhaltensforscher des Wolf Science Center in Ernstbrunn (NÖ) heraus. Die Haustierwerdung hat Hunde demnach nicht kooperativer gemacht als ihre wilden Verwandten, wie man bisher angenommen hat, erklären sie im Fachmagazin Pnas.

Die Forschenden um Sarah Marshall-Pescini haben Wölfe und Hunde, die beide in Rudeln und an Menschen gewöhnt aufgezogen wurden, beweisen lassen, wie gut sie mit ihren Artgenossen zusammenarbeiten: Hinter einem Zaun lagen, unerreichbar für sie, zwei Küken auf einem Futtertablett, erklärte Marshall-Pescini. Wenn zwei Tiere gleichzeitig an den Enden eines Seils zogen, das um das Tablett gefädelt war, konnten sie an die Mahlzeit kommen.

Die Wolfspärchen schafften dies bei jedem vierten Versuch (hundert von 416), Hundepärchen nicht einmal bei jedem zweihundertsten (zwei von 472), berichten die Forscher. Dies passe gut zu den Beobachtungen in der freien Natur.

Wölfe leben in Familiengruppen, die gemeinsam jagen, die Jungen aufziehen und ihr Territorium verteidigen. Freilebende Hunde, die achtzig Prozent der weltweiten Hundepopulation ausmachen, sind hingegen meist Einzelgänger. Hunde seien nicht dümmer, meinen die Verhaltensbiologen. Aber sie zogen fast nie gemeinsam am Seil, um soziale Konflikte um das Futter zu vermeiden.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige