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Sprache und Integration: Das Glossar

Jochen stadler | aus HEUREKA /18 vom 28.03.2018

Akzent Merkmale der Muttersprache, die in einer Zweitsprache oder Fremdsprache durchschlagen.

Anpassung Das Erlernen von lokalen sozialen Normen, Denkweisen und Lastern.

Amtssprache In Ämtern und Behörden gepflegte und nur für Eingeweihte verständliche Abart der jeweiligen Landessprache.

Babysprache Wird vorwiegend von Erwachsenen eingesetzt, die sich bei Babys nicht anders zu helfen wissen, als mit ihnen zu brabbeln.

Computersprache Im Gegensatz zu "normalen" Sprachen logisch aufgebaut. Deutsch Westgermanische Sprache, mit der selbst viele Österreicher ihre Probleme haben.

Deutschtümelei Aufdringliches Betonen irgendwelcher Eigenschaften, die von in der Vergangenheit gefangenen Kleingeistern als typisch Deutsch angesehen werden.

Dialekt/Mundart Sprache innerhalb einer Sprache. Kann auch als lokale, für andere oft schwierig zu verstehende Varietät aufgefasst werden.

Erstsprache Politisch korrekter und genderkonformer Ausdruck für Muttersprache, also die erste Sprache, die ein Kind hört und lernt.

Erwachsenensprache Besteht für Kinder aus wenigen Phrasen wie: "Tu dies nicht","Tu das nicht" und "Nein".

Fachsprache Von gewissen Zirkeln wie Technikern, Wissenschaftern und Juristen gepflegte Abwandlung der allgemeinen Sprache, um sich untereinander möglichst gut zu verständigen und nach außen abzugrenzen.

Flüchtling Jemand, der seine Heimat verlässt, weil dort Krieg, Naturkatastrophen oder wirtschaftliche Not lebensbedrohliche Ausmaße angenommen haben.

Fremdsprache Lernt man nicht von den Eltern oder anderen nahen Bezugspersonen in der frühen Kindheit, sondern in Kursen oder durchs Reisen.

Grammatik/Sprachlehre Die Betriebsanleitung für eine Sprache.

Integration Das Einbeziehen von vormals aus einer Gruppierung ausgeschlossenen Menschen. Die Bringschuld liegt hier zunächst bei der Gruppe, die dies zulassen muss, nicht bei den Ausgeschlossenen, die sich dafür auch nicht selbst aufgeben müssen.

Jugendsprache In verschiedenen Altersstufen unterschiedliche Sprechweise, um sich von Jüngeren abzugrenzen und älter zu klingen, aber ja nicht so wie Erwachsene.

Kindersprache Vereinfachte Kommunikationsform mit vielen lautsprachlichen Elementen und Verdopplungen, zum Beispiel bei "Wauwau" (Hund), "Kickerickie" (Hahn),"Kuckuck" (Kuckuck),"Mama" (Mutter).

Landessprache/Nationalsprache Ist umgangssprachlich jene Sprache, die von der Mehrheit der Einwohner eines Landes benutzt wird. Amtlich sind oft auch Minderheitensprachen als solche anerkannt.

Mehrsprachigkeit Die Fähigkeit, mehr Sprachen als nur die Muttersprache zu verstehen und zu sprechen.

Migrant Jemand, der von einer Region in die andere zieht und sich zwecks gesellschaftlicher Integration am besten die Landessprache und den lokalen Dialekt aneignet.

Muttersprache In der Kindheit von ungeschultem Personal wie Vater, Mutter, Oma und Opa erlernte Sprache.

Partizipation Das Einbeziehen von Außenstehenden in gesellschaftliche Prozesse. Dient der Integration maßgeblich.

Politikersprache Geschicktes Aneinanderreihen von Worten und Sätzen mit dem Ziel, keine Aussage darin erkennen zu lassen.

Radebrechen Die Zuhörer quälende Misshandlung einer Sprache durch inkompetentes Herumstottern.

Redewendungen Ihre Bedeutungen zu erfassen ist das Tüpfchen auf dem I bei der Beherrschung einer Fremdsprache.

Slang Durch den Dreck gezogene Sprache.

Soziale Norm Handlungsweise, die an einem Ende der Welt oder zu einer stimmten Zeit gang und gäbe ist, andernorts, später oder früher aber für die anderen Menschen absolut deplatziert erscheint und von ihnen bestraft wird.

Sprache In der Regel ein gewachsenes Konstrukt aus Vokabeln, Grammatik und Ausnahmen.

Sprachgemeinschaft Gruppe, die sich in einer bestimmten Sprache verständigen kann.

Sprachpolitik Bevormundet die Menschen, in welcher Sprache sie sich zu unterhalten haben.

Sprachrecht Regelt, welche Sprachen als Amtssprache gelten.

Umgangssprache Bequeme, lockere Form der Sprache im Alltag.

Volk Gruppe von Menschen, die in der Regel genauso viel trennt wie verbindet.

Vorurteil Meinung, die auf Nichtwissen oder Nicht-wissen-Wollen beruht.

Wirtschaftsflüchtling Jemand, der seine Heimat verlassen muss, weil er dort keine wirtschaftliche Grundlage hat.

Xenophobie Angst vor Menschen aus anderem Kulturkreis, Land oder Bundesland, die oft mit Aggression überspielt wird.

Zweitsprache Ist dann wichtig, wenn man zum Beispiel in einem Staat lebt, in dem man die Muttersprache nicht anwenden kann, eine andere Landessprache üblich ist, oder Papa in einer anderen Sprache spricht als Mama.

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