: KOMMUNIKATIONSWISSENSCHAFTEN

Vom Gehsteig bis zur Skyline reicht mein Fame, und das ist Butter

Viele Rapper der Gegenwart sind Migranten. Kann ihre Musik einen Beitrag zur Integration leisten?

Joshua Köb | aus HEUREKA 1/18 vom 28.03.2018

Ein Sprachrohr der Unbeachteten war Rap schon immer. Heute rappen vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund über ihr Leben -in deutscher Sprache. Was lässt sich daraus folgern?"Diese Geschichten sind offenbar anschlussfähig, und zwar aus ganz unterschiedlichen Motiven", stellt der seit Längerem zum Thema forschende Kommunikationswissenschaftler Marc Dietrich von der Universität Klagenfurt fest. Gründe dafür sieht er etwa in der Faszination für den fremden Mikrokosmos oder der starken Identifikation aufgrund ähnlicher Erfahrungen.

"Auf jeden Fall hat der Rap dazu beigetragen, dass migrantische Geschichten und Kulturformen stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind." Kann Rap damit vielleicht sogar integrierend wirken?"Wenn man die Frage in Bezug auf soziokulturelle Integrationskraft hin beantworten will, würde ich ja sagen, ganz sicher. Mit Rap kann man sich Anerkennung, Geld und 'Fame' erspielen. Auch leiten sich durch den Erfolg migrantisch geprägter Raps interessante Effekte ab, die sicher auch für junge Menschen mit Migrationshintergrund erfreulich sind." Ein Beispiel sei die Mode. In dieser Hinsicht könne man sich zu Recht als "Straßenavantgarde" fühlen. "Bei vielen Rappern mit Migrationshintergrund sehe ich viel Kreativität und Vermarktungskompetenz. All dies führt zu einer gesteigerten Lebensqualität, und das dürfte sich auf die Integration vermutlich schon positiv auswirken."

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