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Buchempfehlungen zum Thema von Emily Walton

aus HEUREKA /18 vom 28.03.2018

Migration: Wie sie auf Flüchtlinge und Einheimische wirkt

Wie wirkt sich Einwanderung auf die Demografie und Kultur eines Landes aus? Wie schafft man eine Balance zwischen den Rechten der Immigranten und den Bedenken der Einheimischen? David Miller, britischer Philosoph, vertritt die Position, dass Staaten selbst über Grenzkontrollen, Größe und Form ihres Landes entscheiden sollten. Dabei sei freilich zwischen wirtschaftlichen Einwanderern und bedrohten Flüchtlingen zu unterscheiden. Auf 218 Seiten seziert er die moralischen Aspekte der Migration mit einer präzise formulierten Argumentationslinie.

David Miller, Strangers in Our Midst: The Political Philosophy of Immigration. Harvard University Press, 218 S.

Amerika im Griff der Rassendiskriminierung und wie diese zu bewältigen wäre

Elisabeth Anderson, Professorin der Universität Michigan, widmet sich den Rassenproblemen und der Integration in Amerika: Nach wie vor erlebt die afroamerikanische Bevölkerung Benachteiligung. Anderson zeichnet in ihrem philosophischen Werk das Bild einer idealen Integrationspolitik. Hierzu verwebt sie Ergebnisse aus Wirtschaft, Soziologie, Psychologie und Politikwissenschaft. Positive Diskriminierung, also das Fördern eben jener benachteiligten Gruppen, mag ein guter Ansatz sein, doch Integration müsse auf vielen weiteren Ebenen gelebt werden.

Elizabeth Anderson, The Imperative of Integration. University Press Group, 246 S.

Plädoyer für Bewegungsfreiheit im internationalen Maßstab

Einwanderung und Integration sind das Lebensthema von Joseph Carens, Professor an der Universität Toronto und einer der bekanntesten Verfechter der internationalen Bewegungsfreiheit. In seinem aktuellen Werk beleuchtet er den Umgang mit Migranten in Nordamerika und Europa und beschreibt dabei die Unterschiede bei Staatsbürgerschaft, Zuzug von Familienmitgliedern und Umgang mit Flüchtlingen. Carens gleicht die Faktenlage stets mit seinen eigenen liberalen Werten ab und weist darauf hin, welche Praktiken für ihn moralisch vertretbar sind.

Joseph Carens, The Ethics of Immigration. Oxford Political Theory, 386 S.

Eine Sammlung unterschiedlicher Stimmen zum Ausländersein

Wie fühlt es sich an, im Alltag stets diskriminiert zu werden? Zu hören, wie man als Sozialschmarotzer beschuldigt oder gar als Terrorist verdächtigt wird? Wie ist es, "nach Hause" zu fahren in das Land der Eltern, das einem völlig fremd ist? Wird man ein Leben lang Botschafter der eigenen Rasse sein müssen? In "The Good Immigrant" vereint Herausgeberin Nikesh Shukla die Stimmen von 21 Schriftstellerinnen, die sich in England zu Hause fühlen, ihre Wurzeln aber andernorts haben. Eine humorvolle, polemische, wütende und herausfordernde Sammlung.

Nikesh Shukla, The Good Immigrant. Unbound. 272 S.

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