: JUNGFORSCHERINNEN

Am Department für Umweltgeowissenschaften der Universität Wien forschen diese drei Doktorandinnen an Lösungen für Umweltprobleme, die der Mensch verursacht hat

Uschi sorz | aus HEUREKA 1/18 vom 28.03.2018

Stephanie Castan, 26 "Mikroplastik kommt aus vielen Quellen und ist bereits weit verbreitet", sagt die junge Lübeckerin. "Seine Auswirkungen können wir nur beurteilen, wenn wir genau untersuchen, wie es sich in der Umwelt verhält." Als Naturliebhaberin habe es sie früh zu den Umweltwissenschaften hingezogen. Nach Wien kam sie, um in der Forschungsgruppe von Thilo Hofmann ihren Master in Environmental Sciences zu machen. "Die Themen der Gruppe gefielen mir so gut, dass ich nun hier dissertiere." Castan erforscht die Wechselwirkungen von Mikroplastik mit anderen Materialien wie weiteren Schadstoffen oder natürlichen organischen Substanzen im Wasser -wie sie sich zueinander verhalten, einander beeinflussen, ob sie länger vor Ort bleiben oder rasch weiterschwimmen, oder wie schnell Weichmacher aus dem Plastik herausgewaschen werden.

Maren Wehrhahn, 27 Auch sie forscht zu Mikroplastik. Besonders interessiert die gebürtige Deutsche dessen Fähigkeit, Schadstoffe aufzunehmen, zu transportieren und wieder abzugeben. Im Labor arbeitet sie mit Reifenmaterialien. Diese werden häufig als Füllelemente in Kunstrasenplätzen eingesetzt, etwa beim Fußball. "Wir wissen aber noch nicht, ob sie Schadstoffe in die Umwelt freisetzen oder womöglich selbst welche aufnehmen und speichern." Was sie in Experimenten mit einfachen Substanzen lerne, lässt sich auf komplexere Stoffe ausdehnen. Ihren Master hat die Chemikerin in der Metallorganik gemacht. "Ich wollte aber an etwas arbeiten, bei dem nicht immer alle fragen, was man denn da tue." Der tiefere Grund für den Themenwechsel: "Ich will meinen chemischen Hintergrund in ein aktuelles Problem wie Mikroplastik einfließen lassen."

Helene Walch, 27 Die Oberösterreicherin erforscht synthetische Nanopartikel in Flüssen wie Titandioxd aus Sonnencremes, ausgewaschenen Nanosilbersocken oder Treibstoffen. "Ich möchte herausfinden, was in Naturgewässern mit all dem passiert." Die Nanogröße ändere die chemischen Eigenschaften der Stoffe. "Unter Umständen können sie chemisch hochreaktiv werden, daher sind Risiken für Organismen nicht ausgeschlossen." Walch hat u. a. Umwelt-und Bioressourcenmanagement studiert und einen Master in Environmental Sciences absolviert. Als Bauerntochter sind ihr die Natur und Fragen der Nachhaltigkeit nahe. Zusätzlich hat sie ein engagierter Volksschullehrer früh für ökologische Zusammenhänge sensibilisiert. "Ich finde es wichtig, dass Umweltforschung in die Politik und die Gesetzgebung Eingang findet", meint sie.

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