: KOPF IM BILD

Schläfrigkeit

Text: Uschi Sorz | aus HEUREKA /18 vom 25.04.2018

Was passiert im Gehirn, wenn wir einschlafen? Das untersucht Annika Nichols, Doktorandin am Wiener Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP), an Fadenwürmern. Die Aktivität ihrer Nervenzellen kann sie mit einer am IMP entwickelten Mikroskoptechnik verfolgen. "Dass wir erstmals ein Gehirn beim Einschlafen und Aufwachen beobachten können, ist faszinierend", so die in Tasmanien aufgewachsene Neurobiologin. Trotz seines einfachen Nervensystems ließen sich am Wurm Prinzipien der Gehirnorganisation sehr gut erforschen. Der Schlaf scheine bei seinem Gehirn eine Art Grundzustand zu sein, auf den es bei bestimmten Bedingungen von selbst zustrebe. "Wir haben auch einen Zelltyp gefunden, der im wachen, aber müden Gehirn besonders aktiv ist. Das könnte eine Messgröße für Müdigkeit sein."

Heuer erhielt Nichols den Harold M. Weintraub Graduate Student Award des Fred Hutchinson Cancer Research Centers in Seattle, der sonst meist an hochkarätige US-Universitäten geht. Unter den bisherigen 264 Preisträgern ist sie erst die fünfte aus einer europäischen Einrichtung.

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