: JUNGFORSCHER

Im Christian-Doppler-Labor für Sedimentforschung und -management der BOKU erarbeiten diese drei Grundlagenwissen zum Verhalten von Feststoffen in Fließgewässern

Uschi sorz | aus HEUREKA /18 vom 30.05.2018

Johannes Schobesberger, 30, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft Warum wird ein Sedimentkorn im Wasser bewegt? Welche Strömungsverhältnisse herrschen unmittelbar zu Beginn der Bewegung?"Bis jetzt konnten diese Fragen nicht exakt formuliert werden." Der Wiener sieht sich die hier beteiligten Wirbel und Strukturen nun näher an. "Die Beschaffenheit der Flusssohle oder Baumaßnahmen können die Fließgeschwindigkeit und Turbulenzen beeinflussen und Feststoffe dadurch frühzeitig weiterbewegt werden", erklärt er. Mit bisherigen Methoden ließen sich Anfangsmoment und Transportmenge nur ungenau prognostizieren. Sein Ziel sei ein besseres Prozessverständnis. Zudem gefalle ihm die Vielfalt der Arbeit: "Das reicht vom Entwickeln des Mess-Setups und des Modellversuchs bis zur detaillierten Strömungsanalyse."

Patrick Holzapfel, 32, angewandte Gewässerökologie und Flussgebietsmanagement Wasser hat den passionierten Angler immer schon angezogen. "Zudem sind Fließgewässer einer der am stärksten gefährdeten Lebensräume weltweit", unterstreicht der Burgenländer. "Mein persönliches Ziel als Forscher ist, mehr Fische zu retten als zu fangen." Für seine Doktorarbeit untersucht er die Auswirkungen erhöhter Schwebstoffkonzentrationen auf die Ökologie von Fließgewässern. "In der Schwebe gehaltene Feststoffteilchen sind hier etwas Natürliches", sagt er. "Doch die Nutzung der Wasserkraft beeinflusst den Sedimentkreislauf stark, und das kann durchaus negative Folgen haben." In seiner Dissertation entwickelt er wissenschaftliche Beurteilungsmethoden, die Behörden bei der Festlegung von Richtwerten heranziehen könnten.

Peter Flödl, 31, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft "An meiner Arbeit mag ich, dass ich viel Zeit in der Natur verbringe", sagt der Wiener. "Und dass ich damit zur Verbesserung der Gewässerökologie beitragen kann." Diese leide hierzulande stark unter Verbauungen. "Ich untersuche, wie dieses komplexe System aus abiotischen und biotischen Faktoren funktioniert, und welche Maßnahmen hier nützlich sein könnten." Er erforscht die Auswirkungen des Klimawandels auf die Sedimentqualität in Fließgewässern in Bezug auf Schadstoffe. "Durch zunehmendes Extremwetter kann erosiver Starkregen mehr Feinmaterial in Flüsse eintragen. Und längere Trockenperioden können zu geringeren Abflussmengen führen." Kläranlagen könnten dadurch Probleme mit der Einhaltung von Grenzwerten bekommen und Sedimente zu Schadstoffquellen werden.

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