: GEDICHT

aus HEUREKA /18 vom 30.05.2018

Manfred Winkler Der israelische Schriftsteller Manfred Winkler wurde 1922 im rumänischen Putilla, einer Kleinstadt in der Bukowina, geboren; Schulbesuch in Czernowitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg Veröffentlichung erster Gedichtbände; 1959 Ausreise nach Israel. Später Archivar und Leiter des Theodor-Herzl-Archivs in Jerusalem, wo er 2014 stirbt.

erich klein

aus: Manfred Winkler: haschen nach Wind. die Gedichte arco VerlaG, Wien 2018

Mitternächtliche Begegnung im Wadi Sorek

Der König der Stachelschweine stand auf der Landstraße in seinem Stachelhermelingewand

Es war Mitternacht

Der König der Stachelschweine blickte mich an ich bremste in meiner Sechzigkilometergeschwindigkeit und hielt Er wandte sich ab und schritt gemächlich ins Gebüsch Die Zeit war für ihn die Ewigkeit der Tod keine Gefahr er sah mich an

Ich konnte ihn plattdrücken auf dem Asphalt wie ein Huhn Ich hatte die Macht über alle Stachelschweinkönige der Welt Nun hält er mich gefangen Wem werd ich es sagen -dass ich einem Stachelschweinkönig begegnet bin um Mitternacht im Halbmondschein? Wer wird es mir glauben?

Er sah mich an Ich konnte ihn plattdrücken auf dem Asphalt wie ein Huhn

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