: AUSGESUCHTE ZAHLEN ZUM THEMA

Zusammengestellt von Sabine Edith Braun | aus HEUREKA /18 vom 27.06.2018

2 100 000 Besucher zählte das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau 2017. Anfang der 1990er Jahre waren es jährlich 500 000. Die Gedenkstätte gehört mit der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, dem United States Holocaust Memorial in Washington D.C. und dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin zu vier zentralen "Erinnerungsorten"(lieux de mémoire) des vom französischen Historiker Pierre Nora so bezeichneten "Zeitalter des Gedenkens". Es begann mit dem Ende des Kalten Krieges und ist durch die Internationalisierung charakterisiert.

4 Jubiläen gab es im von der Regierung ausgerufenen "Gedankenjahr" 2005: 60 Jahre Kriegsende und Befreiung, 60 Jahre Zweite Republik, 50 Jahre Staatsvertrag und 10 Jahre EU-Mitgliedschaft. Das Projekt "25Peaces"(Zahl der EU-Mitglieder 2005) waren 25 Interventionen im öffentlichen Raum zum Thema Frieden und Freiheit. Highlight: Ein mobiler "Staatsvertragsbalkon", von dem herunt r jeder "Österreic ist frei!" rufen konnte.

80 Jahre liegt der "Anschluss" an Nazideutschland zurück. In einer 2017 vom Institut SORA und dem Historiker Oliver Rathkolb beauftragten Umfrage meinten vierzig Prozent der Befragten, dass unter das Thema Holocaust ein Schlussstrich gezogen werden soll. In digitalen Spielen ist der Holocaust über den verbotsgesetzlichen "Umweg" Science Fiction und Fantastik sehr präsent: Der Ego-Shooter "Wolfenstein: The New Order" wurde im Sommer 2014 in einem Monat 400 000 Mal verkauft.

Rund 60 Österreicher leisten als Wehrersatzdienst einen sogenannten Gedenkdienst in einer Holocaust-Gedenkstätte im Ausland. Ein Drittel davon wird vom Verein "Gedenkdienst" unterstützt. Obwohl die Regierung im Herbst im Zuge einer Anpassung des Freiwilligengesetzes die Anhebung der Mittel auf 1.200 000 Euro für Auslandsfreiwilligendienste beschloss, muss der Verein Gedenkdienst im Gedenkjahr die Tätigkeit einstellen: Die Finanzierung weiterer Gedenkdienstleistender ist nicht möglich.

134 000 Beamte gibt es heute in Österreich. Zählt man Mitarbeiter der ausgegliederten Betriebe und öffentlich Bedienstete der Länder dazu, sind es fast 500 000. So viele sollen es nach Schätzungen auch 1911 gewesen sein. Am Beginn der Ersten Republik war ihre Zahl auf 300 000 geschrumpft. Die wenigsten Beamten gab es 1933: 169 000. Mit der Auslöschung des österreichischen Beamtentums durch den "Anschluss" wurden Beamte zum populären Thema in der hiesigen Literatur.

5 Stationen hat das "Gedenk-und Erinnerungsjahr 1918". Die Jahreszahlen 1848-1918-1938-1948-1968 stehen für: Märzrevolution, Gründung Erste Republik, "Anschluss", Deklaration der Menschenrechte, 68er-Bewegung.

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