: BIOLOGIE

Heuschrecken geht es an den Kragen

Forscher der Uni Graz haben ein erstaunliches Biopestizid entwickelt

Joshua Köb | aus HEUREKA /18 vom 27.06.2018

Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand über Ägyptenland, dass Heuschrecken auf Ägyptenland kommen und alles auffressen." Nach sieben biblischen Plagen hat man schon Mitleid mit den Ägyptern, da schickt Gott via Mose auch noch die berüchtigten Wanderheuschrecken hinterher. So viele, dass der "Boden des ganzen Landes" finster wurde.

Noch heute suchen die gefräßigen Insekten viele Weltgegenden heim. Die Schwärme der Wüstenheuschrecke Schistocerca gregaria oder der europäischen Locusta migratoria umfassen bis zu einer Milliarde Exemplare. Wo es die Massen hinzieht, bleiben ganze Landstriche kahl zurück. Gegen sie hilft nur Gift.

Nun gibt es eine gesunde Alternative zur Vertilgung: Das an der Universität Graz entwickelte und weltweit patentie te "Biogift" verschont Menschen, Pflanzen und andere Insekten. "Da sich viele Pflanzen mit Ölen gegen eine ganze Bandbreite von Fressfeinden schützen, gingen wir auf die Suche nach einer Ölkombination." Zoologe Manfred Hartbauer fand mit der ägyptischen Doktorandin Zainab Abdelatti die richtige Mixtur. Wer die Formel, eine Emulsion aus Leinöl, Orangenschalenöl, Wintergrünöl und Kümmelöl, kennt, kann die Mischung selbst herstellen. Das Öl deaktiviert das Nervensystem der Insekten und lässt sie verhungern. Der Rest wird mit einer umweltverträglichen Lösung von den Feldern gespült. Die Biologen empfehlen, die toten Insekten zu rösten: "Durch das Biopestizid haben sie die Würze, und ihre Omega-3-Fettsäuren sind sehr gesund."

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