GEDICHT

Ohne Sense. Mach Keine Sprüche

aus HEUREKA /19 vom 27.03.2019

Friedrich Achleitner

geboren 1930 im oberösterreichischen Schalchen, lebt in Wien. Als Mitglied der "Wiener Gruppe" ein Klassiker des modernen Dialektgedichts und der konkreten Poesie. Gemeinsam mit H. C. Artmann und Gerhard Rühm veröffentlichte er "hosn rosn baa" (1959). Zwischen 1965 und 2010 entstand das Hauptwerk des Architekturhistorikers Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Zuletzterschienen: wortgesindel (2015).

im sommer blüht das edelweiß im winter gibt's nur wedeleis

alle guten geister haben einen meister

alle bösen auch

träume nicht von niedren zwecken du endest sonst beim eierpecken traue niemand übern weg schon gar nicht über einen steg

wenn der gestank sich verduftet wird jeder schas zum mythos

tut mir leid das ist mir z'gscheit

im alter wird alles langsamer nur das hinfallen geht schnell

er ass fürs leben zwetschken gern dann schluckt er den zwetschkenkern

gib acht es ist bald neun ich bin für gesang aber nicht zu lang

eimer für alle

erst die zähne ausgebissen dann die haare ausgerissen dann die nerven weggeschmissen und die hose vollgeschissen

fröhlichkeit ist nur ein schutz gegen schlanz und schlonz und schlutz

AUS: FACETTEN 2018, LITERARISCHES JAHRBUCH DER STADT LINZ

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