Jungforscherinnen

Uschi Sorz | aus HEUREKA /19 vom 27.03.2019

Diese drei DoktorandInnen zählen zum vielversprechenden wissenschaftlichen Nachwuchs, dessen Dissertationsvorhaben die Uni Wien mit einem Abschlussstipendium unterstützt

Alexander Marx, 29, Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät "Von Kreuzzügen hat man oft ein romantisiertes Bild", meint der Wiener. "Ich finde es aber wichtig, das Thema religiöse Gewalt unter kritischer kulturwissenschaftlicher Perspektive zu betrachten, auch im Licht unserer eigenen Gegenwart." Marx erwarb den Bachelor in Deutscher Philologie und Geschichte; im Masterstudium hat er sich auf Alte Geschichte und das Mittelalter konzentriert. Seine Dissertation widmet sich der Predigt des Dritten Kreuzzuges, den man durch Richard Löwenherz und Friedrich Barbarossa kennt. "Meine zentrale Frage ist: "Was hat Tausende Menschen dazu veranlasst, in ein unbekanntes Land zu reisen und dort im Namen ihrer Religion Kriege zu führen?" Dabei liegt sein Fokus auf den Predigten, die die Menschen dazu angestachelt haben.

Birgit Loibnegger, 31, Fakultät für Geowissenschaften, Geografie und Astronomie Schon als Kind hat sich die Niederösterreicherin für Astronomie interessiert. "Mein Vater hat mir oft mit unserem kleinen Teleskop den Mond und die Sternbilder gezeigt. Bei der totalen Sonnenfinsternis von 1999 haben wir auf der Suche nach dem besten Beobachtungsplatz halb Österreich durchquert." Dass es in ihrem Fach neben Berechnungen auch um beobachtbare Objekte geht, findet sie immer noch positiv. "Und die vielen ungeklärten Fragen." Sie forscht im Bereich der Himmelsmechanik und -dynamik. Für ihre Dissertation arbeitet sie im FWF-Projekt "Pathways to Habitability" an Computersimulationen zu Kometen in extrasolaren Systemen. Unter anderem möchte sie wissen, wie diese mit Planeten in anderen Systemen wechselwirken und wie sie entstehen.

Julia Rita Warmuth, 32, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Die Wienerin hat internationale Entwicklung Volkswirtschaftslehre und Sozioökonomie studiert. "Zuerst habe ich mich mit den internationalen Machtverhältnissen und historischen Entwicklungen seit der Kolonialzeit auseinandergesetzt, dann wollte ich die wirtschaftlichen Aspekte davon besser verstehen. Schließlich begann mich die psychologische und soziologische Seite zu interessieren, besonders die Frage, welche Effekte soziale, politische oder ökonomische Maßnahmen haben." Ihre Dissertation befasst sich mit der Angst vor gesellschaftlichem Abstieg und Statusverlust. Dabei geht es um Einflussfaktoren in den verschiedenen europäischen Ländern und um individuelle Entstehungsmuster. Sie möchte erkunden, wie Menschen zu ihren Meinungen kommen.

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