FREIHANDBIBLIOTHEK

BUCHEMPFEHLUNGEN ZUM THEMA VON EMILY WALTON

aus HEUREKA /19 vom 19.06.2019

Österreicher in New York verschreibt sich der Leseförderung

Kinder lesen mit Freude, wenn sie Bücher entdecken, die von Interesse für sie sind. Zu diesem Schluss kam Rudolf Flesch bereits Mitte der 1950er-Jahre, als er sein Werk "Why Johnny Can't Read" veröffentlichte. Er beanstandete, dass Kinder meist mit langweiligen Büchern zu lesen begannen und zudem eher lernten, Wörter und Sätze auswendig zu lernen. Der in Österreich geborene Rudolf Flesch emigrierte 1938 nach Amerika. Während seiner beruflichen Laufbahn u.a. an der New York University verschrieb er sich der Lese-und Schreibförderung.

Why Johnny Can't Read and What You Can Do About It. Von Rudolf Flesch. Ishi Press, 230 S.

Lesen lernen mit klassischen Autoren und modernen Strategien

Ein Klassiker in Sachen "Bücher über das Lesen" ist "How To Read a Book" von Adler und Van Doren. Bereits 1940 erschienen, sind die Ansätze nach wie vor relevant. Die Autoren führen in die unterschiedlichen Techniken des Lesens ein - vom elementaren Lesenlernen über akribisches Lesen bis hin zu Speedreading und schildern, wie man sich diese Kompetenzen aneignet. Zudem liefern sie Herangehensweisen, um die Kernbotschaften von Büchern schnell zu erfassen. Im Anhang empfehlen die Autoren eine Leseliste: 137 Klassiker, von Homer bis Sartre.

How to Read a Book. Von Mortimer J. Adler und Charles Van Doren. Touchstone, 426 S.

Hauptsache, beim Lesen ist der Spaß, nicht die Bildungsabsicht

Immer wieder wird das Aussterben der Bücher herbeigeschrieben. Alan Jacobs setzt sich damit auseinander, wieviel tatsächlich (in Amerika) gelesen wird. Er kommt zu einem ganz anderen Schluss. Buchclubs wie etwa "Oprah's Book Club" haben großen Einfluss, aktuelle Studien orten eine leichte Zunahme beim Lesen von Belletristik. Jacobs beschreibt auch, warum viele eine Scheu vor dem Lesen haben und warum der Irrglaube verbreitet ist, dass nur "schwere Kost" wertvoller Lesestoff sei. Er motiviert zum Lesen jeglichen Stoffs -Hauptsache, man erlebt Freude daran.

The Pleasures of Reading in an Age of Distraction. Von Alan Jacobs. Oxford University Press, 176 S.

Das beste Geschenk ist ein Buch, weil da mindestens drei zusammenkommen

Wer Bücher verschenkt, sendet eine emotionale Botschaft mit: Schließlich wurde der Titel in dem Glauben gewählt, dass er zum Beschenkten passt. Hinzu kommt, dass das Lesen an sich eine Art Geschenk darstellt, das eine Erweiterung des geistigen Horizonts ermöglicht. Beim Verschenken von Büchern kommen somit drei Akteure zusammen: Schenkender, Beschenkter und Autor. Sie handeln mit einer intellektuellen und psychologischen Währung. Diesem Austausch widmet sich Robert Macfarlane in seinem Band über ein Buch, das er einst geschenkt bekam.

The Gifts of Reading. Von Robert Macfarlane. Penguin, 48 S.

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