Mein Kind hat Scharlach, was kann ich tun, Frau Hutter?

Momentan erkranken besonders viele Kinder an der Streptokokken-Infektion Scharlach. Wie man diese klassische Kinderkrankheit erkennt und behandelt, erklärt uns unsere KIWI-Expertin und Kinderärztin Dr. Caroline Hutter

Barbara Fuchs
25.01.2023

Foto: Pexels

Kind in Wien: Mein Kind hat Scharlach, was kann ich tun? 

Caroline Hutter: Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind Scharlach hat, sollten Sie zu Ihrer Kinderärztin gehen, damit man die Diagnose auch bestätigt. Zum Glück ist Scharlach sehr gut mit einer antibiotischen Therapie zu behandeln. Scharlach wird durch Bakterien (sogenannte Gruppe A-Streptokokken) verursacht, die immer empfindlich gegen gängige Antibiotika wie Penicillin und Amoxicillin sind. Dabei ist es bei Scharlach wichtig, dass man das Antibiotikum konsequent nimmt, auch wenn es dem Kind nach 2-3 Tagen schon besser geht.

Bild von Privatdozentin Dr. Caroline Hutter, PhD

Privatdozentin Dr. Caroline Hutter, PhD

Kinderfachärztin der Kinderarztpraxis Schumanngasse

KIWI-Expertin

Kind in Wien: Was sind die typischen Symptome bei Scharlach und wie werden sie behandelt?

Hutter: Meist haben die Kinder eine Mandelentzündung, hohes Fieber und einen Ausschlag, den man aber manchmal auch übersehen kann, weil er oft eher blass ist – oft tastet man ihn besser, als dass man ihn sieht, weil sich der Ausschlag rau anfühlt. 

Außerdem beobachtet man noch häufig eine sogenannte Himbeerzunge. Der Ausschlag verschwindet nach ungefähr einer Woche, danach kann es zu  einer Abschuppung der Haut vor allem an Handinnenflächen kommen, das ist aber harmlos. Eine sehr seltene Spätfolge ist das akute rheumatische Fieber, das bleibende Schäden verursachen kann, vor allem deshalb soll man nicht auf eine antibiotische Therapie während der Infektion verzichten.

Neben der Antibiotikagabe, kann man gegen Fieber und Schmerzen Medikamente wie Ibuprofen geben. Außerdem sollten Sie Ihrem Kind ausreichend zu trinken zu geben, vor allem bei hohem Fieber. Wenn wegen der Halsentzündung das Schlucken weh tut, ist es auch besser, man gibt weiche Nahrung wie Brei, Pudding oder Suppen. 

Kind in Wien: Ist es richtig, dass man Scharlach öfter bekommen kann?

Hutter: Ja, leider schon, obwohl das selten ist! Eine Immunität wird immer nur gegen das bei der abgelaufenen Infektion gegenwärtige Toxin erzeugt, nachdem es verschiedene Toxine gibt, kann man öfters an Scharlach erkranken.

Kind in Wien: Wie lange darf das Kind dann nicht raus?

Hutter: Solange ihr Kind Symptome hat, soll es zuhause bleiben. Wie bei jedem akuten Infekt ist Ruhe und Schonen das allerwichtigste! Nach Beginn einer wirksamen antibiotischen Therapie ist man aber schon 24 Std. nach Beginn der Therapie nicht mehr ansteckend. Ohne geeignete antibiotische Therapie kann, insbesondere bei kleinen Kindern, kann ein Kind noch nach vielen Wochen Erreger ausscheiden.


Haben auch Sie Fragen rund um das Thema Kinder und Familienleben, die Sie unseren KIWI-Expert:innen stellen möchten? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an kiwi@falter.at!

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